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Politik Ausland
03/02/2020

Nach Journalisten-Tweet: Erschossener Flüchtling offenbar "Fake News"

Im Netz kursiert ein Video, das einen sterbenden Mann zeigt. Griechische Behörden weisen zurück, dass es sich um einen Flüchtling handelt, der von Grenzwächtern erschossen wurde.

13.000 Migranten und Flüchtlinge sollen derzeit an der türkisch-griechischen Landgrenze ausharren, andere versuchen über den Seeweg zu den ägäischen Inseln wie Lesbos zu gelangen.

Laut Angaben des BBC-Journalisten Mughira Al Sharif kam es am Vormittag zu einem tödlichen Zwischenfall. Demnach sollen griechische Grenzwächter einen syrischen Flüchtling aus Aleppo erschossen haben, der mit Hunderten anderen Menschen versucht hatte, die Grenze zu überqueren. Al Sharif postete dazu passend ein Video, das auf Twitter kursiert. Es zeigt einen schwer verwundeten Mann, dem offenbar in den Hals geschossen wurde.

Der KURIER konnte die Authentizität des Videos und den Tathergang vorerst nicht bestätigen. Mittlerweile hat die griechische Regierung dazu ein Statement abgegeben. "Das Video ist..fake news", twitterte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas. Er rief die Medien auf aufzupassen, was "die türkische Propaganda" veröffentliche.

Resignation

KURIER-Reporter vor Ort berichten, dass sich zumindest am Grenzübergang Edirne viele Migranten wieder auf den Rückweg nach Istanbul machen, weil die Grenze dicht ist und griechische Behörden mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Menschengruppen vorgehen.

Griechenland hatte bereits am Sonntag verkündet, dass man für ein Monat das Asylrecht ausgesetzt habe und alle Menschen, die ankommen, wieder in ihr Herkunftsland zurückbringen werde.

Besorgniserregende Bilder erreichen uns derweil aus der Ägäis. Auf der Insel Lesbos wurde ein Flüchtlingsboot von Einheimischen am Anlegen gehindert. Rechtsradikale sollen NGO-Mitarbeiter und Journalisten verprügelt haben.