Politik | Ausland
02.05.2018

Nach Aussage über Haarwuchsmittel: Büro von Trumps Arzt durchsucht

Trumps Bodyguards hätten die Praxis durchsucht, Chaos angerichtet und Akten mitgenommen.

Ein früherer Arzt von Donald Trump beschuldigt einen langjährigen Bodyguard des Präsidenten, seine Praxis durchsucht und Patientenakten Trumps mitgenommen zu haben. Der Mediziner Harold Bornstein sagte den Sendern NBC und CNN am Dienstag, Trumps Personenschützer Keith Schiller und ein anderer Mann seien im Februar 2017 in seine Praxis in New York gekommen und hätten die Akten geholt.

Bornstein berichtete, der Vorfall habe sich ereignet, nachdem er einer Zeitung gesagt hatte, dass er Trump über Jahre ein Haarwuchsmittel verschrieben habe. "Sie müssen 25 oder 30 Minuten lang hier gewesen sein. Das hat großes Chaos angerichtet", sagte er. Er habe sich bedroht gefühlt. Keith Schiller war lange Trumps persönlicher Bodyguard und galt als äußerst loyal zu dem Unternehmer. Nach Trumps Amtsantritt im Jänner 2017 bekam er einen Posten im Weißen Haus, den er aber im September schon wieder verließ.

Bornstein sprach von einer Durchsuchung seiner Praxis. Trumps Sprecherin Sarah Sanders wies diese Darstellung zurück. Es habe sich nicht um eine Durchsuchung gehandelt. Es sei Standard, dass der medizinische Stab des Weißen Hauses die Krankenakte eines neuen Präsidenten in Besitz nehme.

Es ist nicht das erste Mal, dass Keith Schiller in die Schlagzeilen gerät. Als Trump im Mai 2017 den damaligen FBI-Chef James Comey entließ, war es Schiller, der das Entlassungsschreiben persönlich vom Weißen Haus in die nicht weit entfernt gelegene Zentrale des FBI brachte.

Auch Bornstein ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte Trump während des Wahlkampfes in einem Brief attestiert, er wäre der "gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt werde". Später räumte er ein, den Brief in nur fünf Minuten verfasst zu haben, während vor der Praxistür Trump-Vertraute warteten.