Politik | Ausland
14.07.2018

Möglicherweise weitere Gegenstände mit Nowitschok kontaminiert

Nervengift in Amesbury: Suche wird laut britischer Polizei noch lange dauern.

Die britische Polizei hält es für möglich, dass neben einer kleinen Flasche weitere Gegenstände aus dem Haus eines Nowitschok-Opfers in Amesbury mit dem Nervengift kontaminiert sein könnten. Das teilte Scotland Yard am Samstag mit.

Am Freitag war bekannt geworden, dass eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Die Flasche gehörte zu etwa 400 Beweisstücken, die von den Ermittlern in der Wohnung des Mannes in Amesbury sichergestellt wurden. Eine erhebliche Zahl davon könnten mit Nowitschok kontaminiert sein, sie würden nun auf das Gift untersucht, teilte die Polizei mit. Unklar war zunächst, wie die Flasche in die Hände des britischen Paars gelangte.

Ausgeschlossen werden könne auch nicht, dass es weitere noch unentdeckte Behälter mit Nowitschok oder kontaminierte Orte gäbe. Die Suche danach könne noch Monate dauern, sagte ein Polizeisprecher.

Dieselbe Quelle wie beim Fall Skripal?

Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der der russische Ex-Spion Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) im März im nahen Salisbury vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle miteinander zusammenhängen. Der Fund der Flasche ist Experten zufolge ein großer Fortschritt bei der Fahndung nach den Tätern.