Politik | Ausland
24.04.2017

Le Pen legt Vorsitz der Front National nieder

Sie hatte am Sonntag in der ersten Runde der Präsidentenwahl 21,4 Prozent der Stimmen gewonnen und damit Platz 2 erreicht.

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat vorübergehend den Vorsitz der rechtsextremen Front National (FN) niedergelegt, um sich auf ihre Präsidentschaftskandidatur zu konzentrieren. "Heute abend bin ich nicht mehr Präsidentin der FN, ich bin Präsidentschaftskandidatin", sagte die 48-Jährige am Montagabend im TV-Sender France 2.

Sie wolle die Franzosen sammeln für ein "Programm der Hoffnung, des Wohlstands, der Sicherheit", sagte Le Pen. Sie hatte am Sonntag in der ersten Runde der Präsidentenwahl 21,4 Prozent der Stimmen gewonnen und damit Platz zwei hinter dem sozialliberalen Bewerber Emmanuel Macron erreicht. Die entscheidende Stichwahl findet am 7. Mai statt. Macron gilt das Favorit für das Finale.

Nationalistische Linie

"Ich erkenne sehr deutlich, dass man sich dem entscheidenden Augenblick nähert", sagte Le Pen, die die EU bekämpft und aus dem Euro aussteigen will. Sie griff ihren Kontrahenten Macron direkt an: "Weder bei dem Programm noch beim Verhalten von Herrn Macron lässt sich die geringste Liebe für Frankreich erkennen (...)", sagte sie. Le Pen vertritt eine nationalistische Linie und will beispielsweise wieder die französischen Grenzen kontrollieren.

Dass sie ihren Parteivorsitz ruhend legt, hat freilich nur symbolischen Wert. Denn nach der Wahl - und dem Wahlkampf - kann sie wieder als Chefin der Front National tätig sein.