Politik | Ausland
29.11.2018

Macron warnt vor Bedeutungsverlust des G-20-Gipfels

Ohne konkrete Fortschritte würden die Treffen "nutzlos und sogar kontraproduktiv".

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat vor Beginn des G-20-Gipfels in Argentinien vor einem Bedeutungsverlust internationaler Treffen gewarnt. Bei Themen wie Klima und Handel drohe eine „Blockade“ multilateraler Foren wie des G-20-Formats, sagte Macron am Donnerstag in einem Interview mit der argentinischen Zeitung La Nación.

Ohne konkrete Fortschritte würden internationale Treffen „nutzlos und sogar kontraproduktiv“.

Mahnung gegenüber USA

So drohe beim G-20-Gipfel in Buenos Aires eine Konfrontation zwischen den USA und China und ein „für alle zerstörerischer Handelskrieg“, sagte Macron. Im Hinblick auf US-Präsident Donald Trump sagte Frankreichs Staatschef, einige Entscheidungen der USA der vergangenen Zeiten seien „zu Lasten der Interessen ihrer Verbündeter“ gegangen. Doch gerade in „diesen Krisenzeiten“ müssten die gemeinsamen Werte verteidigt werden, sagte Macron und warb für Multilateralismus und Kooperation. Vor allem Trumps Handelspolitik und dessen Ablehnung des Klimaschutzes dürften Macron im Magen liegen - der US-Präsident befindet sich auf wirtschaftlichem Konfrontationskurs mit China und rügt die EU dafür, nicht genug in ihre Verteidigung zu investieren.

 

Bereits beim letzten G-20-Gipfel hatte sich der französische Präsident für den Multilateralismus ausgesprochen: „Wir haben bei den Themen Handel, Klima, Entwicklung und Afrika Gespräche geführt, die ganz deutlich die derzeit weltweit geführten Debatten widerspiegeln: Zweifel über die Regulierung der Globalisierung, Zweifel bezüglich des Fortbestehens des Multilateralismus und der Infragestellung eines Modells, in dem wir seit 1945 leben“, sagte er damals.

Argentinien rüstet sich für G20-Gipfel