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Politik Ausland
09/10/2020

Lesbos: Athen bedankte sich für Aufnahme von Migranten

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis bedankte sich bei Macron und Merkel.

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat sich bei Deutschland und Frankreich für die Bereitschaft bedankt, nach den Bränden im griechischen Flüchtlingslager Moria minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. „Wir werden alles unternehmen, diese Krise auf menschliche Weise anzugehen“, sagte Mitsotakis am Donnerstagabend in Ajaccio auf Korsika nach einem informellen EU-Südstaaten-Gipfel.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmnauel Macron hatten zuvor zugesagt, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen. Eine konkrete Zahl, wie viele Menschen Deutschland aufnehmen wird, nannte Merkel nicht.

„Deutschland, Frankreich - und ich hoffe, dass sich viele andere Länder, die sich dieser Initiative anschließen können, solidarisch zeigen werden - wir werden unserer Verantwortung gerecht, indem wir anbieten, uns um unbegleitete Minderjährige zu kümmern“, sagte Frankreichs Präsident Macron nach dem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Griechenland, Zypern, Malta, Italien, Spanien und Portugal.
 

Der Stillstand in Migrationsfragen dauere schon zu lange an, so Macron. In den vergangenen Jahren sei es leider nicht gelungen, einen zufriedenstellenden Umgang in der Flüchtlingskrise in Europa zu finden.

Man müsse der Realität ins Auge schauen, sagte Mitsotakis. Auf Griechenland - wie auch auf anderen Staaten des Südens - wirke eine untragbare Last. Europa müsse jetzt von Solidaritätsbekundungen zu echter Solidarität übergehen.

Diesem Aufruf folgten unter anderem zehn deutsche Städte: „Wir sind bereit, Menschen aus Moria aufzunehmen, um die humanitäre Katastrophe zu entschärfen“, heißt es in einem Schreiben der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister von Hannover, Potsdam, Freiburg, Oldenburg, Düsseldorf, Göttingen, Gießen sowie Köln, Bielefeld und Krefeld. Der Brief an Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) lag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag) vor.

Darin heißt es demnach, dass die 13 000 Menschen aus dem Lager Moria nun auch noch ihr letztes Dach über dem Kopf verloren hätten. Die deutsche Bundesregierung müsse nun vorangehen und dürfe nicht weiter auf eine gesamteuropäische Lösung warten. Europaweit seien Kommunen zur Mithilfe bereit. Dies müsse ermöglicht werden. Seehofer hatte sich bisher geweigert, bereitwilligen Kommunen diese Möglichkeit zu eröffnen.

Norbert Röttgen, CDU-Außenpolitiker und Kandidat für den Parteivorsitz, warb im ARD-„Brennpunkt“ für die Forderung von 16 Unions-Abgeordneten, 5000 Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. „Jeder Flüchtling, der im Dreck in Moria sitzt, zum Teil seit Jahren, hat die gleiche Menschenwürde wie wir hier in Europa“, sagte Röttgen. Wenn 5000 Flüchtlinge in Deutschland und anderen europäischen Staaten aufgenommen würden, sei dies eine „wirkliche Entlastung“ für die Lage vor Ort. Es handle sich auf Lesbos um „nackte, menschliche Not“. Röttgen hatte den Vorstoß der Unions-Abgeordneten ebenfalls unterzeichnet.

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