Korrespondentin über brüchige Waffenruhe: "Krieg wieder einen großen Schritt näher gekommen"
Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt angespannt. Trotz Waffenstillstand sehen die ORF-Korrespondenten Rosa Lyon und Christophe Kohl Anzeichen für eine neue Eskalation.
Lyon sagte mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen: "Wir sind dem Krieg wieder einen großen Schritt näher gekommen." Sie verwies auf Drohungen aus Teheran und auf die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus, über deren abermalige Sperre es widersprüchliche Angaben gibt.
Uneinigkeit über Libanon
Aus iranischer Sicht seien die Bedingungen für einen Waffenstillstand klar formuliert worden. Außenminister Abbas Aragchi habe betont, dass ein Abkommen auch den Libanon umfassen müsse. Lyon fasste die iranische Position so zusammen: Die USA müssten sich entscheiden, "ob sie nun einen Waffenstillstand wollen, der eben auch den Libanon inkludiert oder eben nicht und weiter Krieg führen wollen über Israel".
USA sehen Libanon nicht umfasst
In Washington wiederum gebe es eine andere Lesart. "Es gibt jedenfalls große Verwirrung und eben Auffassungsunterschiede, worauf man sich denn da überhaupt geeinigt hat", sagte Kohl. US-Vizepräsident J.D. Vance habe zuletzt klargestellt, dass aus Sicht der USA der Libanon nicht Teil des Waffenstillstands sei.
Zugleich habe Vance betont, Israel habe Bereitschaft signalisiert, sein Vorgehen im Libanon anzupassen, "um, Zitat, uns bei den Verhandlungen, also mit uns, die USA gemeint, zu helfen". Ob Washington tatsächlich Druck auf Israel ausüben werde, sei laut Kohl in den kommenden Tagen entscheidend.
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