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De la Espriella gegen Cepeda: Wie Kolumbiens Rechte und Linke das Land spalten

Die Präsidentschaftswahl in dem südamerikanischen Land geht in eine Stichwahl zwischen dem rechtslibertären Anwalt Abelardo de la Espriella und dem linken Senator Iván Cepeda. Die konservative Kandidatin unterlag klar.
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Es war eine denkwürdige, geradezu dunkle Wahlnacht in Kolumbien. Und sie könnte ein Fingerzeig dafür werden, was Demokratien bevorsteht, in denen die Ränder immer stärker und die traditionellen politischen Kräfte der Mitte immer schwächer werden.

Den Ton am Abend setzte zunächst Linkspopulist Ivan Cepeda, der mit 40,9 Prozent als Zweitplatzierter des ersten Wahlganges der Präsidentschaftswahlen über die Ziellinie ging. Vielleicht war es der Enttäuschung geschuldet, dass der in den Umfragen eigentlich als Favorit geltende ehemalige Kommunist Cepeda die Fassung verlor, seinen Kontrahenten übelst beschimpfte und als „rechtsextremen Faschisten“ brandmarkte. 

Noch schlimmer wiegt allerdings der Versuch der kolumbianischen Linken, das Wahlergebnis im besten Trump-Stil anzuzweifeln. Den Job erledigte niemand anders als der amtierende Staatschef Gustavo Petro. Als Präsident akzeptiere er die Ergebnisse der Vorauszählung des privaten Unternehmens der Brüder Bautista nicht, ließ Petro über das soziale Netzwerk X wissen. Damit steht der Vorwurf eines Wahlbetruges im Raum. Cepeda sprach anschließend von Diskrepanzen. Nun werden beide belegbare Beweise liefern müssen. Für demokratisch hielten Cepeda und Petro an diesem Abend exklusiv das eigene Lager.

Presidential election in Colombia

Kandidat des amtierenden Staatschefs Gustavo Petro: Ivan Cepeda.

"Finaler Kampf um das Vaterland"

Der Auftritt der enttäuschten Linken wäre eigentlich eine Steilvorlage für den Überraschungssieger der ersten Runde gewesen. Doch Abelardo de la Espriella, ein ökonomisch sehr erfolgreicher Anwalt mit einigen umstrittenen Mandanten, feuerte seinerseits die polarisierte Stimmung noch weiter an: „Sie, Herr Petro und Herr Cepeda, sind ein paar Banditen, die wir aus dem Weg räumen werden“, rief der rechtslibertäre Hardliner alles andere als staatsmännisch souverän. Seine Rede hielt er hinter eine zentimeterdicken Panzerglasscheibe, vor einigen Wochen wurden zwei seiner engen Unterstützer erschossen. Die Stichwahl am 21. Juni stilisierte er zum „finalen Kampf um das Vaterland.“ Er will Mega-Gefängnisse bauen lassen und gilt als Trump-Anhänger. Sein Markenzeichen ist das militärische Salutieren, am Wahlabend trat er im Trikot der kolumbianischen Nationalmannschaft auf. Auf dem Rücken stand „Presidente“. Interessant ist zudem, dass sich auch in Kolumbien der Trend fortsetzt, dass rechte christliche Influencer einen immer größeren Raum in den Wahlkämpfen einnehmen.

Für die traditionellen Kräfte ist da nur noch wenig Platz. Zerquetscht und an den Rand gedrängt von Links- und Rechtsaußen kam die konservative Kandidatin Paloma Valencia auf nur noch sieben Prozent. Sie kündigte am Abend ihre Unterstützung von Da la Espriella an. Ihre politische Zukunft ist ebenso ungewiss wie die ihrer klassischen Konservativen Partei CD. Auf Rang vier landete Sergio Fajardo (vier Prozent), der wie die komplett abgeschlagene ehemalige Bürgermeisterin der Hauptstadtmetropole Bogota Claudia Lopez einst ein Hoffnungsträger der kolumbianischen Grünen war. Sie sind nur noch eine Fußnote der kolumbianischen Politik. Die bestimmen nun radikale Lautsprecher von den beiden Rändern, die sich wahlweise für die Verteidiger des Vaterlandes (de la Espriella) oder des Volkes (Cepeda) halten.

In Zeiten der sozialen Netzwerke scheint ihr Krawallkurs erfolgversprechend zu sein. Ob diese verbale unversöhnliche Radikalität gut für eine Gesellschaft ist, in dem Attentate auf Politiker immer noch Alltag sind, ist eine ganz andere Frage.

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