Kolumbiens Präsident droht Trump: "Dann werden sie den Volksjaguar entfesseln"

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Kolumbien sei "sehr krank" und "liebe es, Kokain zu produzieren", droht der US-Präsident dem nächsten Staat. Auch nach Grönland greift er erneut.

Zusammenfassung

  • Trump droht Kolumbien nach Angriff auf Venezuela und kritisiert Präsident Petro scharf.
  • Trump bekräftigt US-Anspruch auf Grönland und macht sich über Dänemarks Verteidigungsmaßnahmen lustig.
  • Skandinavische Staaten und Dänemark weisen US-Gebietsanspruch auf Grönland entschieden zurück und zeigen Solidarität.

Nach dem Angriff auf Venezuela zwecks Entmachtung von Staatschef Nicolás Maduro hat US-Präsident Donald Trump auch Kolumbien gedroht. Der Republikaner sagte vor Journalisten, Kolumbien sei "sehr krank" und werde von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Das werde er "nicht mehr lange machen", sagte Trump - ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte.

Trump hat Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro bereits mehrfach heftig kritisiert, nannte ihn bei seiner Pressekonferenz auf dem Flug nach Washington aber nicht namentlich. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: "Das klingt für mich gut."

Kolumbiens Präsident kontert Trump

Kolumbiens Präsident Petro hat scharf auf die jüngsten Drohungen von Trump reagiert. Die Äußerungen seien eine "illegitime Drohung", er werde sie genau prüfen, schrieb Petro auf X. Sollte gegen ihn selbst vorgegangen werden, warnte Petro vor schweren Folgen. Zugleich rief der Staatschef die Sicherheitskräfte zur Loyalität auf.

"Sollten sie den Präsidenten festnehmen, den ein Großteil meines Volkes schätzt und respektiert, werden sie den Volksjaguar entfesseln." Damit dürfte der Linkspolitiker Petro den Zorn des Volkes meinen – der Jaguar, die größte Raubkatze Südamerikas, ist in den Regenwäldern des Landes beheimatet.

"Jeder Soldat in Kolumbien hat ab sofort einen Befehl: Jeder Kommandant der Sicherheitskräfte, der die Flagge der USA der Flagge Kolumbiens vorzieht, wird auf Befehl der Basis, der Truppe und mir sofort aus der Institution entlassen", sagte Petro. Er habe Vertrauen in sein Volk: "Der Befehl an die Sicherheitskräfte lautet, nicht auf das Volk zu schießen, sondern auf den Angreifer."

Trump macht sich über Dänemark lustig

Nur einen Tag nach dem US-Angriff auf Venezuela hat Trump erneut den Anspruch der USA auf Grönland bekräftigt. Dem Magazin "Atlantic" sagte der US-Präsident: "Wir brauchen Grönland absolut." Die Insel sei "umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen". Sich zu verteidigen werde Dänemark "nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen", sagte Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland "haben" sollten, behauptete Trump.

Dann machte sich Trump noch ausdrücklich über den NATO-Partner Dänemark lustig: "Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine großartige Verstärkung." Trump hatte schon öfter damit gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel schloss er nicht aus.

Wirbel um Posting

Zuvor hatte ein provokanter Online-Post für Aufsehen gesorgt. Die Ehefrau des stellvertretenden Stabschefs im Weißen Haus, Katie Miller, hatte nach der Militäraktion in Venezuela eine Karte Grönlands in US-Farben mit dem Wort "Soon" ("Bald") gepostet. 

Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Møller Jørensen, hatte daraufhin die US-Regierung auf X gemahnt, die territoriale Integrität des NATO-Verbündeten zu wahren. Dänemark und die USA seien "enge Verbündete und müssen als solche weiterhin zusammenarbeiten".

Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland haben den Gebietsanspruch des Republikaners deutlich zurückgewiesen. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte, die Vereinigten Staaten hätten "überhaupt kein Recht" einen Teil der dänischen Staatsgemeinschaft zu annektieren. Sie rief die USA dazu auf, "mit den Drohungen aufzuhören gegen einen historisch engen Verbündeten und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk". Zumal dieses Volk deutlich gesagt habe, "dass es nicht zum Verkauf steht". 

Skandinavische Staaten stärken Dänemark den Rücken

Die Regierungschefs von Schweden und Norwegen sowie Finnlands Präsident stellten sich öffentlich hinter Frederiksens Erklärung. Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre schrieb auf der Plattform X: "Grönland ist ein integraler Teil des Königreichs Dänemark. Norwegen steht in voller Solidarität an der Seite des Königreichs Dänemarks." Schwedens Ulf Kristersson teilte mit: "Nur Dänemark und Grönland haben das Recht, über Angelegenheiten, die Dänemark und Grönland betreffen, zu entscheiden." Er fügte hinzu: "Schweden steht voll und ganz hinter seinem Nachbarland."

Finnlands Präsident Alexander Stubb, dem ein besonderer Draht zum US-Präsidenten nachgesagt wird, schrieb: "Niemand entscheidet für Grönland und Dänemark außer Grönland und Dänemark selbst."

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