Kanada: Carney sichert sich in Nachwahlen Parlamentsmehrheit

Somit ist die liberale Regierung von Mark Carney bei Gesetzesvorhaben nicht mehr auf die Opposition angewiesen.
Ein Mann im Anzug spricht lächelnd an einem Rednerpult vor rotem Hintergrund mit Ahornblattmotiv.

Zusammenfassung

  • Die Liberalen von Premierminister Mark Carney sichern sich mit zwei Siegen bei Nachwahlen die Parlamentsmehrheit.
  • Die Partei gewann beide Sitze in Toronto, während das Ergebnis im dritten Wahlkreis in Québec noch offen ist.
  • Carney kündigt höhere Militärausgaben und neue Handelsabkommen an, auch wegen Unsicherheit durch eine mögliche Rückkehr Trumps.

Die Partei von Kanadas Premierminister Mark Carney hat sich mit zwei Siegen bei Nachwahlen eine Mehrheit im kanadischen Parlament gesichert. Carneys Liberale gewannen am Montag zwei der drei nachzubesetzenden Sitze. Die Partei hatte bei der Wahl vor einem Jahr die meisten Sitze gewonnen, jedoch knapp die absolute Mehrheit verfehlt.

Die Liberalen gewannen ihre zwei Sitze in der Metropole Toronto, wo die Partei bei den jüngsten Wahlen dominiert hatte. Das Ergebnis im dritten Wahlkreis Terrebonne in Québec blieb zunächst unklar - hier lagen der liberale Kandidat und ein Vertreter des Bloc Québécois Kopf an Kopf.

Massive Erhöhungen der Militärausgaben

Die Siege in Toronto verschaffen den Liberalen die vollständige Kontrolle über das Parlament. Sie verfügen nun über genügend Sitze, um sicherzustellen, dass sie den Sprecher des Unterhauses - selbst ein Liberaler - nicht benötigen, um bei Stimmengleichheit zu entscheiden. Carney gratulierte den neuen liberalen Abgeordneten im Onlinedienst X und erklärte, beide würden Kanada "stärker" machen.

Carney hat massive Erhöhungen der Militärausgaben angekündigt, mit der Begründung, Kanada könne sich in Sicherheitsfragen nicht länger auf die USA verlassen. Zudem bemüht er sich um neue Handelsabkommen mit Ländern in Europa und Asien.

Die Rückkehr von US-Präsident Donald Trump an die Macht hat die Kanadier verunsichert. Trump hatte in der Vergangenheit damit gedroht, Kanada zu annektieren, und Carney als "Gouverneur" eines US-Bundesstaates verspottet.

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