© APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

Politik Ausland
12/13/2021

Jugendlicher zündet Bombe in russischer Klosterschule

Bei dem Vorfall in Serpuchow wurden mehrere Kinder teils schwer verletzt. Mögliches Motiv ist Hass auf Lehrer und Nonnen.

In Russland hat ein Jugendlicher am Eingang einer orthodoxen Klosterschule einen selbst gebauten Sprengsatz gezündet. Nach Behördenangaben wurden bei dem Vorfall Montagfrüh in Serpuchow südlich von Moskau zehn Minderjährige verletzt, einige davon schwer. Acht Kinder mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Auch der Täter wurde verwundet. Es handelte sich den Angaben zufolge um einen 18-jährigen ehemaligen Schüler des zu einem Frauenkloster gehörenden Gymnasiums.

Explosion beim Gebet

Im Nachrichtenkanal Telegram berichtete ein 15-jähriger Schüler, dass er am Morgen zum Gebet gekommen sei und es dann plötzlich eine Explosion gegeben habe. Er habe eine Brandwunde davongetragen, so der Bursche. Jugendliche, die den mutmaßlichen Täter kennen, erzählten, der junge Mann sei beim Schulpsychologen in Behandlung gewesen.

Das zentrale Ermittlungskomitee in Moskau teilte mit, dass ein Verfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet worden sei. Es gebe dabei keinen Hinweis auf einen Terroranschlag, sondern vielmehr auf persönliche Probleme des Verdächtigen. "Es wird vermutet, dass der Verdächtige von Hass auf Lehrer und Nonnen angetrieben wurde", zitierte die Agentur Interfax eine ungenannte Quelle.

In Russland hat es in diesem Jahr bereits mehrere Amokläufe an Bildungseinrichtungen gegeben, teils mit Toten und Verletzten. In der rund 1.200 Kilometer östlich von Moskau entfernten Stadt Perm hatte im September ein Jurastudent mit einem Jagdgewehr um sich geschossen, sechs Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt.

Im Mai hatte ein 19-Jähriger neun Menschen in einer Schule in der russischen Teilrepublik Tatarstan getötet. Die meisten Opfer in der Stadt Kasan waren damals Kinder. Der Mann wurde wegen Mordes festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

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