Jackie Chan ist dem chinesischen Regime stets zu Diensten.

┬ę REUTERS/MARIO ANZUONI

Politik Ausland
08/17/2019

Jackie Chan ist gegen Hongkong-Proteste - und erntet Kritik

Der Actionstar nahm zu den Protesten in seiner Geburtsstadt Stellung. In den USA wie in Hongkong kommt das gar nicht gut an.

Der chinesische Actionstar Jackie Chan hat sich zu den Protesten in Hongkong ge├Ąu├čert. Der 65-j├Ąhrige Schauspieler, Regisseur und Produzent sagte in einem Video, er w├╝nsche sich, dass "Hongkong bald wieder Frieden findet". Dort toben seit mehr als zwei Monaten Proteste gegen die Regierung. Peking hat seiner Sonderverwaltungszone offen mit einer milit├Ąrischen Intervention gedroht und nennt Demonstrierende mittlerweile "Terroristen".

Brisant an dem Interview ist, dass der in Hongkong geborene Chan sich selbst als chinesischen Patrioten bezeichnet. In anderen Worten bedeutet das Linientreue mit dem kommunistischen Regime in Peking. Auf Twitter, wo das Interview verbreitet wurde, reagierten amerikanische, aber auch Hongkonger Internetnutzer entr├╝stet auf die Wortmeldung des Schauspielers. "Im Wesentlichen unterst├╝tzt er die Kommunistische Partei", war noch eine der freundlicheren Repliken.

Jackie Chan: "Wie frische Luft"

Insbesondere ein Zitat von Chan ver├Ąrgert seine Kritiker: "Ich bin der tiefen ├ťberzeugung, dass Sicherheit, Stabilit├Ąt und Frieden wie frische Luft sind", sagte er. "Man wei├č nie, wie wertvoll sie ist, bis man sie verliert." Eine Aussage, die den Demonstranten angesichts der milit├Ąrischen Drohungen aus Peking wie ein Einsch├╝chterungsversuch erscheinen d├╝rfte.

In der Sieben-Millionen-Metropole Hongkong kommt es seit Monaten zu massiven Protesten, die regelm├Ą├čig mit Ausschreitungen enden. Ausl├Âser der Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutma├člicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich zu einer breiteren Bewegung. Die chinesische F├╝hrung spricht mittlerweile von "aufkeimendem Terrorismus" und schlie├čt ein Eingreifen nicht aus.

Vielsagend ist auch das Medium, mit dem Jackie Chan sprach: Der Star aus Filmen wie "Police Story" und "Rush Hour" w├Ąhlte f├╝r sein Statement CCTV, den gr├Â├čten TV-Sender Chinas, der zugleich Teil des Ministeriums f├╝r Radio, Fernsehen und Film der Volksrepublik ist.

Autonomie in Gefahr

Historischer Hintergrund der Spannungen in Hongkong: Die fr├╝here britische Kronkolonie wird seit der R├╝ckgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genie├čen die B├╝rger von Hongkong das Recht auf freie Meinungs├Ąu├čerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Diese Rechte sehen viele nun in Gefahr.

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