Israelische Bodentruppen in der Nacht in Gazastreifen vorgedrungen

Mehrere israelische Panzer stehen in einer staubigen Umgebung.
Vereinzelte israelische Bodentrupps sind im Gazastreifen auf der Suche nach den von der Hamas genommenen Geiseln. 222 Menschen sollen verschleppt worden sein.

Vereinzelte israelische Bodentrupps sind dem Militär zufolge in der Nacht in den Gazastreifen vorgedrungen, um gegen palästinensische Kämpfer vorzugehen und nach den von der Hamas genommenen Geiseln zu suchen. 222 Menschen seien von der radikal-islamischen Hamas bei ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober verschleppt worden, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Montag. Die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen konzentrierten sich auf Ziele der Hamas.

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Israel griff nach Angaben der amtlichen palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA die Gegend um mehrere Krankenhäuser im Gazastreifen aus der Luft an. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht zu Berichten, wonach Israel die Umgebung der Spitäler Al-Shifa und Al-Quds in Gaza-Stadt sowie eines indonesischen Krankenhauses im Norden des Küstenstreifens beschossen hat.

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"Schwere Schäden und Verletzungen"

Der Direktor des indonesischen Krankenhauses sagte dem Nachrichtensender Al-Jazeera, die israelischen Luftangriffe hätten "schwere Schäden und Verletzungen" verursacht. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Aus den beiden anderen Krankenhäusern wurden bisher keine Schäden oder Verletzungen gemeldet. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Berichte nicht sofort unabhängig überprüfen.

Am Dienstag waren am Al-Ahli-Arab-Spital in Gaza bei einem Raketeneinschlag viele Menschen getötet worden. Während die militante Palästinenser-Organisation Hamas, gegen die Israel seit einem unerwarteten Großangriff am 7. Oktober vorgeht, einen israelischen Luftangriff für die Toten verantwortlich machte, hat nach Darstellung der israelischen Armee eine fehlgeleitete Rakete von Terroristen des Islamischen Jihad die Klinik getroffen und die Menschen getötet.

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Hamas und Iran beraten

Hamas-Chef Ismail Haniyeh und der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian berieten am Sonntag über die israelischen Vergeltungsschläge im Gazastreifen. Sie hätten darüber gesprochen, wie die "brutalen Verbrechen" Israels in dem belagerten palästinensischen Küstenstreifen gestoppt werden könnten, hieß es in einer offiziellen Erklärung.

Bei nächtlichen Angriffen Israels auf den Gazastreifen wurden unterdessen nach Angaben der dort regierenden Hamas mindestens 60 Menschen getötet. In der Nacht seien "mehr als 60 Menschen zu Märtyrern" geworden, hieß es in einer Mitteilung der Pressestelle der Hamas-Regierung am Montag. Allein bei einem Angriff auf ein Haus in Jabaliya im Norden des Gazastreifens seien 17 Menschen getötet worden.

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