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„Alligator-Alcatraz“: Israel plant Krokodile als Gefängniswächter

Die israelische Umweltministerin hat den rechtlichen Status von Nilkrokodilen geändert, um sie in Gefängnisgräben einsetzen zu können.
Opening of the Dubai Crocodile Park

Zusammenfassung

  • Israels Umweltministerin Idit Silman hat Nilkrokodile rechtlich zu „gezüchteten Wildtieren“ erklärt und damit den Weg für einen möglichen Einsatz an Gefängnissen geebnet.
  • Hintergrund ist die Forderung von Minister Itamar Ben-Gvir nach einem Gefängnis nach dem Vorbild des US-Abschiebegefängnisses „Alligator-Alcatraz“ in den Everglades.
  • Ob das Vorhaben umgesetzt wird, ist offen, da Behörden vor rechtlichen, sicherheitsrelevanten und praktischen Problemen gewarnt haben.

Israels Umweltministerin Idit Silman hat den rechtlichen Status von Nilkrokodilen geändert und diese zu „gezüchteten Wildtieren“ erklärt. Israelischen Medienberichten zufolge soll die Änderung den Einsatz der Reptilien in Wassergräben rund um ein Gefängnis mit palästinensischen Sicherheitshäftlingen ermöglichen. Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir hatte zuvor ein Gefängnis nach dem Vorbild des US-amerikanischen „Alligator-Alcatraz“ gefordert.

Das US-Abschiebegefängnis in den Everglades-Sümpfen erhielt den Namen „Alligator-Alcatraz“ in Anspielung auf das frühere Alcatraz-Gefängnis auf einer Insel vor San Francisco. US-Präsident Donald Trump hatte das Gefängnis in seiner Wahlheimat Florida im vergangenen Juli besucht und die harschen Haftbedingungen in dem von Alligatoren wimmelnden Sumpfgebiet gelobt. Das Internierungslager wurde Ende Juni offiziell geschlossen.

Zahlreiche Probleme bei Krokodilzucht

In Israel sollen nun mit Änderung des rechtlichen Status der Nilkrokodile Sicherheitsbehörden grundsätzlich eine Genehmigung für die Haltung der Tiere erhalten können. Andere Krokodilarten hatten diese Einstufung zuvor erhalten, um eine kommerzielle Zucht wegen ihrer Häute zu ermöglichen. Betroffen sein könnte etwa das große Hochsicherheitsgefängnis Ketziot in der Negev-Wüste. Dort sind den Angaben zufolge unter anderem palästinensische Sicherheitshäftlinge sowie während des Gaza-Kriegs festgenommene Palästinenser inhaftiert.

Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist nach derzeitigem Stand offen. Der Rechtsberater des Ministeriums und die israelische Natur- und Parkbehörde hatten den Berichten zufolge die Ministerin vor dem Schritt gewarnt. Laut Behörde dürfen solche Wildtiere nur zu Bildungs-, Forschungs- und Aufklärungszwecken gehalten werden. In der Vergangenheit habe die Zucht von Krokodilen zu zahlreichen Problemen geführt - darunter Vorfälle, bei denen Krokodile in die Wildnis entkamen, sowie Gefahren für Menschenleben, hieß es weiter.

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