USA und Iran: Die zweite Friedensrunde in Pakistan wackelt

Am Dienstag sollen in Islamabad wieder Gespräche zwischen den USA und dem Iran geführt werden. Bis zuletzt ließen Teheran jedoch offen, ob überhaupt eine Delegation anreisen wird.
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In Islamabad liefen die Vorbereitungen am Montag auf Hochtouren: Die großen Boulevards der pakistanischen Hauptstadt wurden gesperrt, der öffentliche Verkehr eingeschränkt, Dutzende Kontrollpunkte errichten. Rund 20.000 zusätzliche Polizisten und Militärangehörige waren im Einsatz.

Am Dienstag soll dort die zweite Gesprächsrunde über einen möglichen Frieden zwischen dem Iran und den USA stattfinden – so hatte es US-Präsident Donald Trump am Wochenende angekündigt.

Die Vorzeichen dafür standen jedoch denkbar schlecht. So war bis zuletzt unklar, wann und ob überhaupt beide Seiten zu den Gesprächen anreisen würden. Irans Staatsmedien berichteten am Montag, Teheran habe neue Verhandlungen unter Verweis auf die anhaltende Blockade iranischer Häfen, die bedrohliche Rhetorik und die „überzogenen Forderungen“ Washingtons abgelehnt. Später hieß es von einem Insider, man stehe einer Beteiligung zumindest "positiv" gegenüber.

Tanker in der Straße von Hormus angegriffen

Hintergrund ist die Beschlagnahmung eines iranischen Frachtschiff in der Straße von Hormus: Das US-Militär hatte am Sonntag mitgeteilt, auf einen unter iranischer Flagge fahrenden Frachter geschossen zu haben, als dieser versucht habe, die US-Blockade der strategisch wichtigen Meerenge zu durchbrechen.

Zwar waren zuvor bereits mehr als 20 Schiffe mit iranischem Bezug von den USA zurückgewiesen worden – doch erstmals kam dabei auch Gewalt zum Einsatz. Der Iran, der seinerseits am Samstag zwei indische Schiffe angegriffen hatte, die die Seestraße passieren wollten, warf den USA daraufhin „bewaffnete Piraterie“ vor und drohte mit Vergeltung.

Vance soll verhandeln

Auf US-Seite wurden für Montagabend Vizepräsident JD Vance, Sondergesandter Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner in Pakistan erwartet – zum erneuten Male. Die erste Gesprächsrunde vor etwas mehr als einer Woche hatten sie nach 21 Verhandlungsstunden abrupt und ergebnislos verlassen. Der New York Post sage Trump am Montag, er sei bereit zu einem Treffen mit den iranischen Anführern, falls es Fortschritte in den Verhandlungen gebe. 

Diesmal drängt die Zeit besonders: In der Nacht auf Mittwoch läuft die zweiwöchige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran aus. Hinter den Kulissen wurde daher am Wochenende unter der Vermittlung Pakistans weiterverhandelt. 

Vor allem beim iranischen Atomprogramm, so berichtet es das Wall Street Journal, habe es dabei durchaus Annäherungen gegeben. Ein diskutierter Vorschlag sieht demnach vor, dass der Iran die Urananreicherung für zehn Jahre aussetzt und anschließend für mindestens weitere zehn Jahre nur eine begrenzte Menge niedrig angereicherten Urans produzieren darf. Der Atomdeal von 2015, den Trump einseitig aufgekündigt hatte, erlaubte dem Iran 15 Jahre lang nur eine Urananreicherung von 3,67 Prozent.

Zuletzt hatten die USA eine Aussetzung der Urananreicherung für 20 Jahre gefordert. Der Iran hingegen plädierte für eine deutlich kürzere Frist; in Berichten war von fünf Jahren die Rede. Weitere Konfliktpunkte bleiben die Kontrolle der Straße von Hormus sowie der Verbleib des bereits hoch angereicherten iranischen Urans. Teheran fordert zudem die vollständige Aufhebung der Sanktionen.

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