Krisengespräch zwischen USA und Iran vorerst beendet – Fortsetzung folgt
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi
Die indirekten Gespräche zwischen dem Iran und den USA vom Freitag sind nach iranischen Angaben vorerst beendet, sollen aber fortgesetzt werden. Die Beratungen seien ein guter Anfang gewesen und würden weitergehen, sagte der iranische Außenminister Abbas Araqchi, der federführend an den Gesprächen in Maskat teilgenommen hatte. Beide Seiten hätten ihre Ansichten durch den Oman als Vermittler ausgetauscht.
Die Verhandlungsdelegationen würden nun in die jeweiligen Hauptstädte zu Beratungen zurückkehren. "Die Mauer des Misstrauens sollte überwunden werden", fügte Araqchi hinzu.
US-Militärschlag steht im Raum
Die Beratungen in Maskat, der Hauptstadt des Oman, fanden inmitten erheblicher Spannungen zwischen dem Iran und den USA statt. Die Positionen der beiden Staaten liegen weit auseinander - auch was die Agenda der Beratungen betrifft. So will der Iran nur über sein Atomprogramm und die Aussetzung der deswegen verhängten, internationalen Sanktionen sprechen. Die USA wollen die Verhandlungen jedoch ausweiten. Sie wollen über das Atomprogramm des Iran, aber auch über seine ballistischen Raketen und Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Nahost-Region wie der Hisbollah im Libanon und der militanten Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen beraten.
US-Präsident Donald Trump hat mehrfach mit einem Militärschlag gegen den Iran gedroht, sollte es keine Einigung geben. Für den Fall eines Angriffs hat der Iran Vergeltung angekündigt und gedroht, auch arabische Golf-Staaten, die US-Stützpunkte beherbergen, könnten ins Visier geraten, sollten sie in einen Angriff auf die Islamische Republik involviert sein.
Überlagert wurde das Treffen von Trumps Drohung mit einem Militärschlag gegen den Iran. In die Region haben die USA bereits etliche Kriegsschiffe entsandt. In die Verhandlungen spielen auch die jüngsten Massenproteste gegen das Regime im Iran, ausgelöst durch die Wirtschaftsmisere, hinein, die blutig niedergeschlagen wurden.
"Vollständig und total ausgelöscht"
Erst im Juni 2025 hatte Israel mit Unterstützung der USA Atomanlagen im Iran angegriffen. Der massive Beschuss endete nach zwölf Tagen mit einer Waffenruhe. Nach iranischen Angaben wurde die wichtigste Atomanlage Fordo schwer beschädigt. Trump erklärte seinerzeit, die US-Angriffe hätten das iranische Atomprogramm "vollständig und total ausgelöscht".
In Trumps erster Präsidentschaft waren die USA 2018 einseitig aus dem historischen, 2015 in Wien geschlossenen Atomabkommen ausgestiegen, das den Iran am Bau von Atomwaffen hindern sollte. Aufgehobene Sanktionen wurden wieder in Kraft gesetzt. Der Iran sah sich darauf nicht mehr an Auflagen gebunden und steigerte seine Urananreicherung.
Iran: Werden uns gegen"exzessive US-Forderungen" wehren
Vor den Gesprächen mit den US-Vertretern hatte sich Araqchi mit dem omanischen Außenminister Sayyid Badr bin Saud al-Busaidi getroffen, der Verhandlungen in Maskat als Vermittler leitet. Araqchi erklärte danach, Teheran sei darauf vorbereitet, sich gegen "exzessive Forderungen" der USA zu wehren. Man werde die Mittel der Diplomatie dazu nutzen, seine nationalen Interessen zu wahren. Der Iran erinnere sich noch gut an das vergangene Jahr, schrieb der iranische Chefdiplomat im Onlinedienst X mit Blick auf die Bombardierungen. Laut einem Bericht des Wall Street Journals unter Berufung auf US-Regierungskreise soll an den Gesprächen auch der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in der Nahost-Region, Admiral Brad Cooper, teilnehmen.
Unterstützung von China
Unterstützung erhielt der Iran am Freitag von China: Peking werde Teheran gegen "einseitige Schikane" verteidigen und dem Land helfen, seine "Souveränität, Sicherheit, nationale Würde und legitimen Rechte und Interessen zu wahren", erklärte das chinesische Außenministerium. Stellvertretende Außenminister Chinas und des Iran hatten sich am Donnerstag in Peking getroffen.
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