Iran spricht von roter Linie: Atomgesprächen mit USA droht Scheitern
Die für Freitag geplanten Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran könnten doch noch scheitern. Die USA hätten dem Iran mitgeteilt, dass sie der von Teheran gewünschten Änderung von Ort und Format des Treffens nicht zustimmen würden, berichtete die US-Nachrichten-Website Axios am Mittwoch unter Berufung auf zwei US-Vertreter. Ein ranghoher Vertreter des Irans sagte unterdessen Reuters, das Beharren der USA, auch "nicht-atomare Themen" zu verhandeln, gefährde die Gespräche.
Iran will keine "nicht-atomaren Themen" behandeln
Die Regierung in Teheran sei "grundsätzlich bereit zu Gesprächen mit den USA", wenn es nur um Fragen des Atomprogramms gehe.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Isna gemeldet, das Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans solle im Oman stattfinden und nicht wie ursprünglich geplant in Istanbul. Der Ort der Gespräche sei auf Wunsch des Irans verlegt worden, sagte zudem ein Vertreter eines der Staaten in der Region. Der Iran wolle auch die Gespräche auf sein Atomprogramm beschränken und eine Ausweitung auf andere Themen wie sein Raketenprogramm vermeiden. Die USA fordern eine Begrenzung des Programms und wollen auch darüber verhandeln.
Raketenprogramm für Teheran rote Linie
Iranischen Insidern zufolge hatte US-Präsident Donald Trump drei Bedingungen für Gespräche mit der Islamischen Republik genannt: eine vollständige Einstellung der Urananreicherung, eine Begrenzung des Programmes für ballistische Raketen und ein Ende der Unterstützung für regionale Verbündete - allen voran sind dies die Hisbollah-Miliz im Libanon, die Hamas im Gazastreifen und die Huthi-Miliz im Jemen.
Der Iran weist solche Forderungen als Eingriff in seine Souveränität zurück. Das Raketenprogramm ist für die Regierung in Teheran eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf. Zugleich signalisierten Regierungsvertreter aber jüngst Verhandlungsbereitschaft zumindest im Atomstreit. So verlautete aus iranischen Regierungskreisen, dass die Führung das Raketenprogramm und nicht die Urananreicherung als das größere Hindernis für eine Einigung ansehe.
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind enorm. Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt. Trump drohte dem Iran, es würden "schlimme Dinge" geschehen, sollte es keine Einigung geben.
Rubio drängt auf Zugeständnisse Teherans
US-Außenminister Marco Rubio drängte unterdessen auf Zugeständnisse aus Teheran. Damit die Gespräche tatsächlich zu einem "sinnvollen Ergebnis" führten, müssten etwa die Reichweite der ballistischen Raketen, die Unterstützung terroristischer Organisationen, das Atomprogramm und der Umgang mit dem eigenen Volk beachtet werden, sagte er wenige Tage vor einem angepeilten Treffen zwischen Washington und Teheran. Rubio betonte, die Vereinigten Staaten seien für einen Dialog mit dem Iran bereit.
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