Trump: „Gute Chance“ für Einigung mit dem Iran
Zusammenfassung
- Trump sieht eine „gute Chance“ für eine Einigung mit dem Iran, während Teheran direkte Verhandlungen mit Washington weiterhin bestreitet.
- Nach einer Pause der gegenseitigen Angriffe meldete Saudi-Arabien neue Drohnenattacken aus dem Irak, die pro-iranische Milizen jedoch als „Erfindungen“ zurückwiesen.
- Die Spannungen um Hormus und das Rote Meer belasten die Friedenssuche weiter, während die Hoffnung auf Entspannung die Ölpreise deutlich sinken ließ.
Nach mehreren Tagen ohne gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA hat sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine mögliche Verhandlungslösung geäußert. Trump sprach von einer „guten Chance“ für eine Einigung mit Teheran - das allerdings direkte Gespräche weiterhin dementierte.
Saudi-Arabien meldete unterdessen Drohnenangriffe aus dem Irak.
„Wir werden sehen, was passiert“
„Wir werden sehen, was passiert“, sagte Trump am Montag an Bord des US-Präsidentenflugzeugs Air Force One. „Ich denke, es besteht eine gute Chance, dass etwas passieren könnte.“ Sollten die Bemühungen scheitern, würden die USA „zu dem zurückkehren, was wir vor zwei Tagen gemacht haben“, drohte der US-Präsident.
Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf den Iran hatten Washington und Teheran seit Freitag keine weiteren gegenseitigen Angriffe gemeldet. Der Iran erklärte seinerseits, seine „Vergeltungsmaßnahmen“ eingestellt zu haben.
Teheran und Washington widersprechen einander
Trump bekräftigte am Montag dennoch, Teheran spreche derzeit mit Washington über ein Abkommen. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei widersprach. Vermittler könnten zwar Botschaften der US-Seite übermitteln, sagte er. „Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.“
Ungeachtet der Angriffspause zwischen den USA und dem Iran meldete Saudi-Arabien neue Attacken. Das Verteidigungsministerium in Riad erklärte, mehrere aus dem Irak gestartete Drohnen abgefangen und zerstört zu haben, die auf Ölanlagen gezielt hätten. Der irakische Regierungschef ordnete eine Untersuchung der saudi-arabischen Angaben an.
Der Zusammenschluss pro-iranischer schiitischer Milizen namens „Islamischer Widerstand im Irak“ bezeichnete die Vorwürfe als „Erfindungen“. Riad wolle damit lediglich seine Unfähigkeit rechtfertigen, auf die „schmerzhaften jemenitischen Angriffe“ der schiitischen Houthis zu reagieren. Für den Fall eines saudi-arabischen Vorgehens im Irak drohte die Gruppe mit einer „harten“ Antwort.
Die vom Iran unterstützten Houthis meldeten ihrerseits neue Drohnenangriffe auf „sensible Knotenpunkte“ für den saudischen Öltransport nach Yanbu am Roten Meer. Die international anerkannte Regierung des Jemen erklärte sich angesichts der jüngsten Angriffe „auf jede Eskalation vorbereitet“.
Die Houthis wollten das iranische Vorgehen in der Straße von Hormus nachahmen und die Kontrolle über das Rote Meer gewinnen, sagte die designierte jemenitische Außenministerin Afrah al-Zouba. Die jüngsten Auseinandersetzungen drohen die seit 2022 weitgehend eingehaltene Feuerpause zwischen Saudi-Arabien und der Miliz zu beenden.
Ölpreise gefallen
Die Straße von Hormus bleibt zugleich ein Hindernis für eine Friedenslösung. Der Iran beharrt auf der Kontrolle der für Öl- und Gastransporte wichtigen Meerenge und stoppte zuletzt erneut mehrere Schiffe. Die Hoffnung auf eine Entspannung ließ die Ölpreise am Montag deutlich fallen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um rund sechs Prozent auf etwa 86 Dollar je Barrel. Am heutigen Dienstag will der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu Trump in Washington treffen. Die Beziehungen zwischen beiden hatten sich wegen unterschiedlicher Vorstellungen im Iran-Krieg zuletzt abgekühlt.
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