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Politik Ausland
11/19/2019

Impeachment: Zeugen erneuern Kritik an Trump-Telefonat

Er habe sofort gewusst, dass er das "unangebrachte" Gespräch melden müsse, sagte Ukraine-Experte Vindman vor dem Kongress.

Alexander Vindman und Jennifer Williams hörten mit, als US-Präsident Donald Trump am 25. Juli mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj telefonierte, um diesen zu Ermittlungen gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zu bewegen.

Am Dienstag sagten der Ukraine-Experte des Nationalen Sicherheitsrates und die Mitarbeiterin von Vizepräsident Mike Pence vor dem Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses aus. "Es war unangebracht, es war unangemessen vom Präsidenten, eine Untersuchung eines politischen Gegners zu erbitten, einzufordern", sagte Vindman.

Sowohl Vindman als auch Williams hatten bereits zuvor hinter verschlossenen Türen im Kongress zu der Ukraine-Affäre ausgesagt. Die Mitschriften dieser Befragungen wurden später veröffentlicht. Seit der vergangenen Woche befragen die Abgeordneten aber auch öffentlich.

Williams sagte bei der Anhörung am Dienstag, das Telefonat Trumps mit Selenskyj sei "ungewöhnlich" gewesen. Grund sei, dass das Gespräch eine "scheinbar innenpolitische Angelegenheit" beinhaltet habe.

Vindman sagte, nach dem Telefonat am 25. Juli habe er "ohne zu zögern" gewusst, dass er das Gespräch dem für nationale Sicherheit zuständigen Rechtsberater im Weißen Haus melden müsse.

Seinem Eindruck nach habe es sich bei Trumps Forderung in dem Telefonat eher um eine Anweisung als um eine Bitte gehandelt, sagte Vindman. Es gebe ein Machtgefälle zwischen dem Präsidenten der USA und der Ukraine.

Bei den Untersuchungen zur Ukraine-Affäre geht es um den Vorwurf des Machtmissbrauchs durch Trump. Der Präsident soll unter anderem Militärhilfen in Höhe von 391 Millionen Dollar (353 Millionen Euro) für die Ukraine zurückgehalten haben, um Kiew zu Korruptionsermittlungen gegen Biden und dessen Sohn zu bewegen. Hunter Biden war für die ukrainische Gasfirma Burisma tätig, während sein Vater als US-Vizepräsident für die Ukraine-Politik zuständig war.

"Nase voll"

Die Ukraine-Affäre sorgte auch in der Ukraine selbst für viel Aufregung. Präsident Selenskyj, der bestritten hat, von Trump unter Druck gesetzt worden zu sein, zeigte sich am Dienstag genervt über Nachfragen zu dem Thema.

Die Menschen in seinem Land hätten "die Nase voll" davon, sagte der Staatschef zu Journalisten. "Wir haben unser Land, wir haben unsere Unabhängigkeit, wir haben unsere eigenen Probleme."

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