IEA: Mehr als 400 Mio Barrel Öl aus Reserven in Kürze freigegeben

Öl aus den Lagerbeständen in Asien und Ozeanien sei ab sofort verfügbar.
Oil depot in Southern France

Die Internationale Energieagentur IEA hat Einzelheiten zur Freigabe von mehr als 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notreserven bekanntgegeben. Damit soll einem Anstieg der Rohölpreise seit Beginn des Iran-Krieges entgegengewirkt werden. Den Angaben zufolge stehen die Reserven aus Asien und Ozeanien sofort zur Verfügung. Die Bestände aus Europa und Amerika sollen Ende März folgen. Insgesamt hätten die Regierungen die Freigabe von 411,9 Millionen Barrel zugesagt.

Davon stammten 271,7 Millionen Barrel aus Regierungsbeständen und 116,6 Millionen aus vorgeschriebenen Industriebeständen, teilte die in Paris ansässige Agentur am Sonntag mit. Der Großteil der zugesagten Reserven - 195,8 Millionen Barrel - komme von Mitgliedsländern aus Nord- und Südamerika. Asien und Ozeanien trügen insgesamt 108,6 Millionen Barrel bei, Europa 107,5 Millionen Barrel.

Ölpreis soll gedämpft werden

Die Maßnahme zielt darauf ab, den Anstieg der Ölpreise zu bekämpfen, der durch Störungen an der Straße von Hormus seit Kriegsbeginn am 28. Februar ausgelöst wurde. Nach Angaben der IEA ist dadurch rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung betroffen. Der Iran hatte erklärt, die Welt müsse sich auf einen Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel einstellen.

Die westlichen Volkswirtschaften koordinieren ihre strategischen Ölreserven über die IEA, die 1974 nach der Ölkrise gegründet wurde. Dies ist die sechste koordinierte Freigabe von Reserven seit Gründung der Agentur. Die IEA-Mitglieder verfügen über Notreserven von mehr als 1,2 Milliarden Barrel. Die Freigabe strategischer Reserven ist die größte in der Geschichte der Organisation. Sie übertrifft die Freigabe von knapp 183 Millionen Barrel nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 deutlich.

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