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Politik Ausland
08/05/2019

Idlib: Syrisches Militär kündigt Ende der Waffenruhe an

Syriens Führung macht die Türkei dafür verantwortlich. Es fanden bereits erste Luftangriffe statt.

Vor drei Tagen hat Syriens Regierung einer Waffenruhe für das letzte große Rebellengebiet des Bürgerkriegslandes zugestimmt. Nun wurde die Waffenruhe für die betroffene Stadt Idlib aufgekündigt. Das syrische Militär flog bereits neue Luftangriffe. Die von der Türkei unterstützten "Terrorgruppen" hätten die Waffenruhe abgelehnt und mehrfach Gebiete angegriffen, erklärte Syriens Armeeführung, wie das Staatsfernsehen am Montag meldete.

Die Armee und die bewaffneten Kräfte würden deswegen ihre Kampfoperationen wieder aufnehmen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, Jets der Regierung hätten Angriffe auf die Stadt Chan Schaichun geflogen, wo am 4. April 2017 ein verheerender Giftgasangriff mit 86 Toten stattfand.

Syriens Führung hatte am vergangenen Donnerstag einer Waffenruhe für das Rebellengebiet rund um Idlib im Nordwesten des Landes zugestimmt. Danach beruhigte sich die Lage trotz gegenseitigen Beschusses.

Langer Kampf um Idlib

Allerdings stellte die Regierung die Bedingung, dass sich die Rebellen aus einer im vergangenen Jahr zwischen Russland und der Türkei vereinbarten Pufferzone zurückziehen. Das sei jedoch nicht verwirklicht worden, teilte die Armeeführung weiter mit. Die Türkei erlaube ihren "Werkzeugen" unter den Terrorgruppen weiter Angriffe und sei damit ihren Pflichten nicht nachgekommen.

Das Gebiet rund um Idlib wird von der Al-Kaida-nahen Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) dominiert. Russland als Verbündeter der Regierung und die Türkei als Unterstützer der Aufständischen hatten sich im vergangenen September im russischen Schwarzmeerort Sotschi darauf geeinigt, eine 15 bis 20 Kilometer breite Pufferzone in der Region einzurichten. So sollte eine Regierungsoffensive abgewendet werden.

Die Truppen von Präsident Bashar al-Assad versuchen schon lange, Idlib einzunehmen. Die Offensive ist aber ins Stocken geraten.