Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Wie sich Athen gegen die Hitze in der Stadt wehrt

Die griechische Hauptstadt gilt als heißeste Stadt Europas. Mit Klimaanlagen für die Ärmsten und 13.000 neuen Bäumen nimmt Bürgermeister Haris Doukas den Kampf auf.
Acropolis to close from midday due to extreme heat

Der Juli gilt als der wärmste Monat in Athen. Aktuell hat es unter Tags bloß um die 36 Grad in Athen. Das ist sommerlich warm, aber nichts im Vergleich zu den drei Hitzewellen mit Temperaturen von weit über 40 Grad, die Athen aufgrund der Südwinde heuer schon erlebt hat.

Ein großer Teil der Bevölkerung lebt im sehr dicht bebauten Stadtzentrum, wo die Wärme gespeichert wird und wo höhere Temperaturen als im Umland gemessen werden. Vor einer Woche wurde die Akropolis für Besucher aufgrund der Hitze zu Mittag bis 17 Uhr geschlossen. Das weltberühmte Wahrzeichen der Stadt war für Besucher erst in den frühen Abendstunden wieder begehbar.

Die griechische Hauptstadt gilt als die heißeste Stadt Europas, noch vor leidgeplagten Städten wie Paris oder Rom, die heuer schon mehrfach für Hitzeschlagzeilen sorgten.

Athens Bürgermeister Haris Doukas von der sozialistischen Partei PASOK hat der Hitze und dem Klimawandel den Kampf angesagt. Im Spiegel schildert Doukas, der auch Professor für Energie- und Klimapolitik ist, von seinen Plänen für die Vier-Millionen-Metropole. Dabei geht es freilich nicht nur um die Hitze, sondern auch um die Vorbereitung auf Brände oder Fluten.

Ein Ansatz sind Frühwarnsysteme, bei denen Drohnen zum Einsatz kommen. Das ermöglicht Warnungen aufs Handy der Bürger, wenn beispielsweise auf einem nahe gelegenen Hügel ein Feuer ausbricht oder sich eine Flutwelle anbahnt. Was aber passiert, wenn eine Hitzewelle droht?

Wasser für Hunde und Katzen

„Dann greifen neue Regeln und Abläufe: Wir stoppen schwere Outdoor-Arbeit während der heißesten Stunden, wenn wir 30+ Grad haben. Wir verlegen die Müllabfuhr in andere Zeiten. Wir öffnen klimatisierte kommunale Räume für die Bürgerinnen und Bürger, damit sie sich abkühlen können. Es gibt die »Extrema Athens«-App, mit deren Hilfe jeder die Klimarisiken an seinem Standort nachsehen kann und zum nächsten kühleren Spot gelotst wird. Und wir kümmern uns auch um Tiere im öffentlichen Raum – etwa mit Wasserstellen für Hunde und Katzen“, wird Doukas zitiert.

Daneben hat Athen ein riesiges Begrünungsprogramm gestartet. In den vergangenen 2,5 Jahren wurden bereits 13.000 neue Bäume gepflanzt - 25.000 sollen es bis zum Ende der Amtszeit von Doukas (31.12.2028) werden. Dazu wurden neue Parks angelegt. Auch sogenannte »Regen-Gärten« nach dem Vorbild Kopenhagens, die Regenwasser sehr effizient und naturbasiert aufnehmen können.

An die Ärmsten der Stadt werden zudem 100 Klimaanlagen verschenkt. Doukas: „Zusätzlich haben wir unser »Energy Poverty Office«: Besonders betroffene Haushalte zahlen keine kommunalen Gebühren, sie erhalten eine Energie-Karte mit günstigen Angeboten etwa für Klimaanlagen, und für einige besonders bedürftige Alleinerziehende stellen wir kostenlosen grünen Strom für 22 Jahre bereit – über eine Energiegemeinschaft, die wir aufgebaut haben.“

Kommentare