Vergeltung des Iran: Gasanlagen in Katar und Saudi-Arabien angegriffen
Nach dem US-israelischen Angriff auf eine iranische Anlage im größten Erdgasfeld der Welt sind in Katar und Saudi-Arabien Gasanlagen angegriffen worden - offenbar handelte es sich um Vergeltungsschläge Teherans. In Katar teilte das Innenministerium am Mittwochabend mit, dass an der Nordküste am wichtigsten Gaskomplex des Landes ein Feuer ausgebrochen sei. "Der Zivilschutz bekämpft einen Brand im Gebiet von Ras Laffan, der auf einen iranischen Angriff zurückzuführen ist."
In Saudi-Arabien wurde inzwischen eine Drohne abgefangen, die sich einem Gasfeld im Osten des Landes näherte. "Eine Drohne, die sich einer Gasanlage in der östlichen Provinz näherte, wurde abgefangen und zerstört", erklärte am Mittwochabend das Verteidigungsministerium in Riad. Es sei kein Schaden entstanden.
Teheran hatte Vergeltung angekündigt
Zuvor hatte Teheran Vergeltung für den US-israelischen Angriff auf sein wichtigstes Gasfeld angekündigt. Das iranische Militär drohte, "die Quelle der Aggression" hart zu treffen. Es erwäge, "die Kraftstoff-, Energie- und Gasinfrastruktur" der Länder ins Visier zu nehmen, von denen aus die Angriffe gestartet worden seien. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte eine Liste "legitimer Ziele", unter denen Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind.
Bei dem US-israelischen Angriff waren nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens am Mittwoch mehrere Geschoße Einrichtungen in der Energie-Sonderwirtschaftszone in der Hafenstadt Asalujeh am Persischen Golf getroffen worden, ein Brand sei ausgebrochen. Die getroffenen Anlagen gehören zum Gasfeld South Pars/North Dome, das sich der Iran mit dem auf der gegenüberliegenden Küste gelegenen Golfemirat Katar teilt. Aus dem größten Gasfeld der Welt fördert der Iran rund 70 Prozent des heimischen Gasbedarfs.
Katars staatlicher Energiekonzern QatarEnergy bestätigt Raketenangriffe auf die Industriestadt Ras Laffan. Dabei seien schwere Schäden entstanden. Rettungskräfte seien im Einsatz, um Brände einzudämmen, teilt das Unternehmen mit. Berichte über Opfer liegen demnach zunächst nicht vor. Alle Mitarbeiter seien in Sicherheit. Iranische Staatsmedien hatten Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar angekündigt.
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