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Politik Ausland
10/30/2021

G20-Gipfel: Keine Einigkeit über konkrete Klimaziele

Ursprüngliche Zielvorgaben wurden wieder gestrichen. Die Abschlusserklärung soll am Sonntag angenommen werden.

Die Bemühungen um ein starkes Signal des G20-Gipfels vor dem Weltklimatreffen in Glasgow drohen zu scheitern. Die Gruppe der großen Wirtschaftsmächte (G20) kann sich auf ihrem Gipfel in Rom offenbar nicht auf konkrete Ziele zum Klimaschutz einigen. Aus dem jüngsten Entwurf des Abschlusskommuniqués, der am Samstag der Deutschen Presse-Agentur vorlag, sind ursprünglich beabsichtigte Zielvorgaben und Zusagen wieder gestrichen worden.

So gab es nicht mal mehr eine Einigung auf "sofortiges Handeln", wie es in einem früheren Entwurf geheißen hatte. Jetzt ist von "bedeutungsvollem und wirksamen Handeln" die Rede, um wie im Pariser Klimaabkommen angestrebt die gefährliche Erderwärmung auf 1,5 Grad zu bremsen. Die Abschlusserklärung soll am Sonntag angenommen werden.

Beim Ziel der CO2-Neutralität hat es auch keine Fortschritte gegeben. War ursprünglich 2050 als Zieldatum angestrebt worden, ist jetzt allgemeiner von "Mitte des Jahrhunderts" die Rede. Das geschah offensichtlich auch aus Rücksicht auf China. Der größte Produzent von Kohlendioxid hatte sich bisher nur bis 2060 dazu verpflichtet.

Auch beim Auslaufen von Subventionen für fossile Brennstoffe, das nach einem früheren Entwurf erstmals bis 2025 angestrebt worden war, gab es keine Einigung. So wurde das Zieldatum wieder gestrichen. Stattdessen wurde nur das alte Bekenntnis von 2009 in Pittsburgh bekräftigt, die Subventionen "mittelfristig" auslaufen zu lassen.

Selbst ein Hinweis auf die "alarmierenden Berichte" des Weltklimarates, der vor den Gefahren der Erderwärmung gewarnt hatte, wurde im Text mit "jüngste Berichte" abgeschwächt. Eine erste Formulierung, in den 2030er Jahren eine "weitgehend kohlendioxidfreie Stromversorgung" anzustreben, fehlt ebenfalls in dem jüngsten Entwurf. Vielmehr ist nur die Rede davon, saubere Energien auszubauen.

Das Ziel, alles zu tun, um den Bau neuer Kohlekraftwerke zu vermeiden, wird weiter aufgeführt. Allerdings gilt dabei die Einschränkung, dass "nationale Umstände berücksichtigt werden" sollen. Es wird auch die Notwendigkeit betont, eine sichere Energieversorgung ohne Unterbrechungen zu gewährleisten.

China leidet in den vergangenen Monaten wegen steigenden Bedarfs und mangelnder Produktion unter massivem Energiemangel und muss sogar Strom für die Industrie rationieren, indem Produktionsstopps für Betriebe verfügt werden. Um die Knappheit zu lindern, wurden die Förderung und der Import von Kohle wieder erhöht. Auch Indien stützt seine Energieversorgung stark auf Kohle.

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