Politik | Ausland
08.10.2018

Fall Khashoggi: Türkei will saudisches Konsulat durchsuchen

Kritischer Journalist ist seit bald einer Woche verschwunden. Der Botschafter Saudi-Arabiens wurde erneut in Ankara vorgeladen.

Nach dem Verschwinden des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi in der Türkei haben die türkischen Behörden die Durchsuchung des saudiarabischen Konsulats in Istanbul beantragt. Die Forderung sei dem Botschafter Riads in Ankara übermittelt worden, der ein zweites Mal vom türkischen Außenministerium vorgeladen worden sei, berichtete der türkische Fernsehsender NTV am Montag.

Aus dem Außenministerium in Ankara verlautete, der Botschafter Riads sei am Sonntag ins Ministerium "eingeladen" worden. "Ihm ist übermittelt worden, dass wir seine vollständige Kooperation bei den Ermittlungen erwarten", hieß es. Der Sender CNN Türk veröffentlichte ebenfalls am Montag einen gleichlautenden Bericht unter Berufung auf diplomatische Quellen.

Der Journalist und Regimekritiker Khashoggi wird seit einem Besuch in dem Konsulat am vergangenen Dienstag vermisst. Laut seiner Verlobten und der türkischen Polizei hat Khashoggi das Gebäude nach dem Betreten nicht wieder verlassen. Die türkische Polizei geht davon aus, dass er in dem Konsulat ermordet wurde. Darauf deuteten erste Ermittlungsergebnisse hin, hieß es am Samstagabend. Saudi-Arabien wies die Vorwürfe zurück.

Vor dem Konsulat versammelten sich am Montag nach Angaben von Beobachtern Demonstranten und forderten Aufklärung im Fall des verschwundenen Journalisten. Darunter war auch die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin und Journalistin Tawakkol Karman.

Der KURIER führte im November 2017 ein Interview mit Jamal Khashoggi: