Bericht über Explosionen in Teheran: Luftabwehrsysteme aktiviert

Laut Agenturen wurde auf "feindliche Ziele" gefeuert. Israel dementiert.
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Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit den USA sind in Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran Medienberichten zufolge Explosionen zu hören gewesen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete am Donnerstag zudem, dass "das Geräusch von Luftabwehrfeuer" zu hören gewesen sei. Die Nachrichtenagentur Mehr meldete, das Abwehrsystem sei in mehreren Teilen der Hauptstadt gegen "feindliche Ziele" aktiviert worden. Israel erklärte, den Iran derzeit nicht anzugreifen.

"Israel greift den Iran im Moment nicht an", hieß es am Donnerstagabend aus den Sicherheitskreisen.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte davor am Donnerstag gesagt, sein Land sei "bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen". Die Ziele seien "markiert", sagte Katz in einer Videobotschaft. "Wir warten auf grünes Licht aus den Vereinigten Staaten - in erster Linie, um die Khamenei-Dynastie vollständig zu eliminieren", fuhr er mit Blick auf den obersten Führer Mojtaba Khamenei fort, der der Nachfolger seines am 28. Februar getöteten Vaters Ali Khamenei ist. Darüber hinaus solle der Iran "ins dunkle Zeitalter und in die Steinzeit zurückversetzt" werden.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg auf vorerst unbestimmte Zeit verlängert. Die Waffenruhe gelte so lange, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und "die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden", sagte Trump. Ob es demnächst neue Verhandlungen zwischen Teheran und Washington gibt, ist unklar.

Qalibaf zieht sich angeblich aus Verhandlungsteam zurück

Dem israelischen Nachrichtensender N12 zufolge hat Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf das Verhandlungsteam seines Landes verlassen. Damit sei dieser einer Intervention der Revolutionären Garden gefolgt. Qalibaf hatte in den Verhandlungen zwischen den USA und Teheran im Iran-Krieg eine Schlüsselrolle inne.

Der Rücktritt könnte laut Experten ein Zeichen sein, dass sich die eine harte Linie fahrenden Garden einem Dialog mit den Vereinigten Staaten verweigern. Das würde die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz in einer Vereinbarung beider Seiten erschweren.

Der Preis für Rohöl ist infolge des Berichts über Qalibaf deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni wurde bei 105,56 US-Dollar gehandelt und damit 3,6 Prozent höher als am Vortag. Die Entwicklung beim Preis für das US-Öl WTI verlief ähnlich.

Verhandlungen vor eineinhalb Wochen ergebnislos

Vor eineinhalb Wochen waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans über ein mögliches Ende des Iran-Krieges ergebnislos geblieben. Begonnen hatte der Krieg mit Angriffen Israels und der USA auf die Islamische Republik am 28. Februar. Dabei wurde unter anderem der oberste Führer Ayatollah Khamenei getötet.

Teheran reagierte seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit Kriegsbeginn ist zudem die strategisch und wirtschaftlich wichtige Straße von Hormuz durch Irans Revolutionsgarden faktisch gesperrt.

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