Experte: Ukraine ist Russland im Drohnenkrieg überlegen
Im zunehmend vom Einsatz von Kampfdrohnen bestimmten Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat laut dem österreichischen Militärexperten Gustav Gressel aktuell Kiew die Oberhand. Die ukrainische Armee setze derzeit ihre Mittel, "auch wenn sie zum Teil weniger sind, einfach besser und effizienter als die russische Seite" ein, sagte Gressel am Freitagabend in der "ZiB 2" des ORF.
Moskau verfolge im andauernden Krieg nach wie vor eine Zermürbungstaktik. Russland versuche, so viel Munition auf die Ukraine zu schießen, "bis die Fliegerabwehr entweder zusammenbricht oder die Gesellschaft des Ganzen müde ist", erklärte der Analyst, der an der Landesverteidigungsakademie in Wien forscht. Russlands Armee zeige sich allerdings zunehmend müde, die Verluste seien entsprechend groß. "Die Offensiven sind großteils erlahmt", sagte Gressel.
Dass das russische Militär aktuell Probleme habe, liege aber nicht nur an den Ermüdungserscheinungen, sondern auch an der Hochtechnologisierung der Ukraine. Die ukrainische Armee habe in Bezug auf den richtigen Einsatz ihrer Waffen und Geräte enorm viel dazugelernt, so Gressel.
Moskau sieht sich nach wie vor "auf dem längeren Ast"
Dass Kiew momentan die Oberhand habe, müsse aber noch nicht viel bedeuten, stellte der Bundesheer-Experte klar. Das sei im Verlauf des Krieges schon öfter der Fall gewesen. Jedes Mal hätte die russische Armee aber notwendige Adaptionen vorgenommen. Aktuell sei der "qualitative Vorsprung" des ukrainischen Militärs allerdings "sehr groß", betonte Gressel.
Dennoch sei der Kreml nach wie vor überzeugt, "dass er langfristig auf dem längeren Ast sitzt", so der Militärexperte. Russland rechne damit, dass bei ausbleibendem militärischen Erfolg US-Präsident Donald Trump "die Ukraine in einen aus Moskauer Sicht günstigen Abschluss zwingt".
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