3 Jahre nach Tod: Mafia-Ermittlungen gegen Berlusconi eingestellt
Ein Gericht in Florenz hat ein Verfahren eingestellt, das eine mögliche Verbindung zwischen dem 2023 verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und dessen früherem Vertrauten Marcello Dell'Utri zu den Bombenanschlägen der sizilianischen Mafia im Jahr 1993 untersucht hatte.
Es gebe "keine konkreten Beweise für direkte Kontakte oder Beziehungen zwischen Cosa Nostra, Berlusconi und Dell'Utri", urteilte ein Untersuchungsrichter in Florenz.
Die Mafia hatte zwischen Mai und August 1993 fünf Bombenanschläge in Rom, Florenz und Mailand verübt. Dabei kamen zehn Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Es ist bereits das sechste Verfahren, das in 30 Jahren diesem Zusammenhang eingestellt wurde. Dell'Utri, langjähriger Berater Berlusconis und ehemaliger Senator, war 2014 wegen externer Beteiligung an einer mafiösen Vereinigung zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Berlusconi ist im Juni 2023 gestorben.
Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstrickungen Berlusconis in tödliche Anschläge waren bereits vor Jahren eingeleitet, aber 2011 eingestellt worden. 2017 wurden sie wieder aufgenommen. Berlusconi und Dell'Utri hätten direkte Kontakte zum Mafia-Boss Giuseppe Graviano gepflegt, lautete der Verdacht der Staatsanwaltschaft.
Mit den Bombenanschlägen in Rom, Florenz und Mailand wollte die Mafia angeblich Italien destabilisieren und den Boden für eine neue Politik schaffen, wovon Berlusconi als Politiker habe profitieren wollen, hieß es damals.
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