Epstein-Affäre: Bill und Hillary Clinton zu Aussage bereit

FILE PHOTO: Inauguration ceremony for Trump's second presidential term
US-Präsident Donald Trump hatte Bill Clinton unterstellt, dieser habe deutlich mehr mit Epstein zu tun gehabt als er selbst.

Zusammenfassung

  • Bill und Hillary Clinton erklären sich bereit, im Epstein-Fall vor dem Kongressausschuss auszusagen.
  • Die Zusage erfolgte angesichts einer drohenden Anklage und möglicher Haftstrafe, nachdem sie zuvor eine Aussage verweigert hatten.
  • In den Ermittlungen zur Epstein-Affäre tauchten Namen vieler Prominenter auf, persönliches Fehlverhalten wurde Clinton und Trump jedoch nicht nachgewiesen.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau, die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, haben sich zu einer Aussage vor dem Kongressausschuss in der Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bereit erklärt. Das Ehepaar Clinton freue sich darauf, "einen Präzedenzfall zu schaffen, der für alle gilt", erklärte der Sprecher des Ex-Präsidenten am Montag im Onlinedienst X.

Zuvor hatte das Ehepaar Clinton eine Aussage vor dem von den Republikanern dominierten Ausschuss verweigert. Die Anwälte des Paares argumentieren, beide hätten den Abgeordneten bereits "vorsorglich und freiwillig" alle verfügbaren Informationen zur Verfügung gestellt.

Clintons Sprecher wiederholte, das Ehepaar habe "unter Eid gesagt, was sie wissen", doch das sei den Abgeordneten "egal". Die Clintons hätten "in gutem Glauben verhandelt, Sie nicht", erklärte der Sprecher an die Mitglieder des Ausschusses gerichtet.

Anklage stand im Raum

Die Zusage der Clintons erfolgte vor dem Hintergrund einer drohenden Anklage durch das US-Justizministerium gegen das Paar. Eine Abstimmung über eine entsprechende Empfehlung war im US-Repräsentantenhaus bereits in die Wege geleitet worden. Unklar war zunächst, ob die Unterkammer angesichts der Zusage des Ex-Präsidenten und seiner Ehefrau die Abstimmung weiter anstreben würde. Bill und Hillary Clinton könnte bis zu zwölf Monate Haft drohen.

US-Präsident Donald Trump hatte Bill Clinton unterstellt, dieser habe deutlich mehr mit Epstein zu tun gehabt als er selbst. Trump veranlasste deshalb Ermittlungen gegen den früheren Präsidenten und weitere demokratische Politiker. Clintons Name tauchte wie der von Trump und die Namen zahlreicher weiterer Politiker und Prominenter in den bisher veröffentlichten Akten zur Epstein-Affäre auf. Ein persönliches Fehlverhalten konnte aber weder Clinton noch Trump nachgewiesen werden.

Fall Epstein verfolgt Trump seit Monaten

Der Fall Epstein belastet Trump seit Monaten. Dem bis in höchste Kreise vernetzten Finanzberater und Millionär Epstein wurde vorgeworfen, in der Vergangenheit mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils Prominenten zugeführt zu haben.

Der über Jahre mit Trump befreundete Epstein war bereits 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft lautete die Strafe damals aber nur 18 Monate Gefängnis.

2019 wurde Epstein unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.

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