Name von französischem Ex-Minister kommt 670 Mal in Epstein-Akten vor
Zusammenfassung
- Ex-Kulturminister Jack Lang wurde wegen häufiger Kontakte zu Jeffrey Epstein vom französischen Außenministerium vorgeladen.
- Mehrere Politiker fordern Langs Rücktritt aufgrund seiner Verbindungen zu Epstein.
- Lang bestreitet Fehlverhalten, räumt aber Kontakte und finanzielle Unterstützung durch Epstein ein; sein Name taucht über 670 Mal in den Epstein-Akten auf.
Der französische Ex-Kulturminister Jack Lang ist wegen häufiger Kontakte zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vom Außenministerium vorgeladen worden. Der Elysée und das Büro des Premierministers hätten darum gebeten, damit er Fragen beantworte, hieß es im Umfeld von Präsident Emmanuel Macron am Donnerstagabend.
Lang steht seit 2013 an der Spitze des Instituts für die arabische Welt, das vom Außenministerium mitfinanziert wird. Er wird Sonntag im Ministerium erwartet.
Mehrere Politiker forderten den Rücktritt des ehemaligen Ministers, auch der Chef der sozialistischen Partei, der Lang angehört. "Es ist verstörend, wie er heute über die Affäre spricht", sagte PS-Chef Olivier Faure. Er legte Lang den Rücktritt nahe, "um die Institution zu schützen".
Lang hatte bisher ausgeschlossen, seinen Posten zu räumen. "Einen Mäzen anzufragen, ist doch keine Straftat", hatte der 86-Jährige am Mittwoch betont. Zuvor hatte er eingeräumt, Epstein um rund 58.000 Euro für einen Film über seine Amtszeit gebeten zu haben. Der Film wurde allerdings nicht verwirklicht.
Jack Lang: Name in Akten über 670 Mal erwähnt
Der Name Jack Lang ist in den veröffentlichten Epstein-Akten mehr als 670 Mal erwähnt. "Ich war vielleicht etwas naiv", räumte Lang ein. Epstein sei "kein Freund" gewesen, er habe "nichts gewusst" und den Kontakt abgebrochen, als er von Epsteins Verurteilung als Sexualstraftäter erfahren habe. Tatsächlich ist Lang noch 2019 an der Seite von Epstein auf einem Foto vor dem Louvre zu sehen.
Nach einem Bericht von Mediapart ist Lang auch in den Statuten eines Offshore-Unternehmens zitiert, das Epstein zusammen mit Langs Tochter gegründet hatte, um in junge Künstler zu investieren. Langs Tochter Carolin trat deswegen bereits von ihrem Posten bei einem Verband von Filmproduzenten zurück.
Erinnerungslücken
Mediapart fand in den neu veröffentlichten Epstein-Akten auch Hinweise darauf, dass Lang sich von Epstein mehrfach Autos mit Chauffeur finanzieren ließ. 2017 soll Lang Epstein zu einer Geburtstagsfeier "im kleinen Kreis" eingeladen haben. Er könne sich daran nicht erinnern, sagte Lang auf Nachfragen von Mediapart. Einen Fahrer habe er sich auch nicht bezahlen lassen, "höchstens Taxis", räumte er ein.
Lang hatte unter den früheren Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac verschiedene Regierungsposten inne. In den vor einer Woche vom US-Justizministerium veröffentlichten mehr als drei Millionen Dokumenten zum Fall Epstein tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf.
Der bis in höchste Kreise vernetzte Investor und Milliardär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging der verurteilte Sexualstraftäter Suizid. Ihm wurde vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben.
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