Causa Epstein: Ex-Minister bringt Keir Starmer in Gefahr

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Starmer war bereits im Herbst gezwungen, Peter Mandelson als britischer Botschafter in den USA zu entlassen. Doch nun kommt Kritik, wieso Starmer ihn überhaupt ernannt hatte.

Sie haben Prinz Andrew zu Fall gebracht und den britischen Botschafter in Washington bereits im Herbst aus dem Amt bugsiert. Doch nun drohen Enthüllungen in der Causa Epstein die britische Regierung zu gefährden.

Aber von vorne: Vergangenen Freitag veröffentlichte das amerikanische Justizministerium neben 2.000 Videos und 180.000 Fotos auch drei Millionen neue Seiten mit Epsteins Kommunikation. In diesem Konvolut waren nicht nur Bilder, die Andrew Mountbatten-Windsor weiter diskreditieren (sie zeigen ihn etwa über einem Mädchen kniend), sondern enthüllten auch, dass Peter Mandelson, der bis September 2025 Großbritanniens Botschafter in den USA war, Staatsgeheimnisse an den Finanzier Epstein weitergeleitet haben dürfte.

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Die neuesten Enthüllungen legen nicht nur ein Naheverhältnis zu Epstein, sondern ein politisches Fehlverhalten nahe.

Konkret legen die eMails nahe, Mandelson könnte Epstein im Voraus über ein 500 Milliarden Euro schweres Euro-Rettungspaket der EU informiert haben. 2009 dürfte er interne Regierungsinformationen weitergeleitet haben. Und zwischen 2003 und 2004 soll wiederum Epstein Mandelson umgerechnet 63.000 Euro überwiesen haben.

Parteiaustritt aus eigenen Schritten

Laut BBC sei Mandelson der Ansicht, weder straffällig noch aus eigenem finanziellen, sondern vielmehr nationalem Interesse agiert zu haben. Zu Wochenbeginn legte er dennoch seine Labour-Parteimitgliedschaft und einen Tag später seine Mitgliedschaft im Oberhaus zurück – um der Labour-Partei, nicht „weitere Verlegenheit zu verursachen“.

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Starmer musste sich am Mittwoch wegen Mandelson im Unterhaus rechtfertigen.

Doch mittlerweile hat auch die Londoner Met Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen. Und damit wird die Kritik der Opposition lauter: Wie könnte es sein, dass Peter Mandelson von Premier Keir Starmer überhaupt zum Botschafter in den USA ernannt wurde?

Früheres Fehlverhalten

Schließlich handelt es sich nicht um Mandelsons erstes Fehlverhalten. 1998 musste er als Handels- und Industrie-Minister zurücktreten, nachdem bekannt wurde, dass er rund 432.000 Euro von einem Kollegen ausgeliehen hatte. 2001 war er wegen des Pass-Antrags für einen indischen Milliardär gezwungen, das Amt des Nordirland-Ministers zu verlassen.

Für Labour geht es nun also auch um Schadensbegrenzung: Um ihre Bereitschaft zu signalisieren, wurden am Mittwoch Dokumente an die Polizei weitergeleitet. Bei einer Rede im Unterhaus betonte Keir Starmer, dass Mandelson „wiederholt mein Team angelogen habe“. Und: Er bereue die Ernennung.

Doch Reue konnte auch Mandelson vor Konsequenzen nicht schützen. Denn Starmer musste einräumen, dass er über Mandelsons Kontakt mit Epstein Bescheid wusste.

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