„Alhamdulillah“: Trump provoziert mit Obama-Fotomontage
Auf seinem Social-Media-Account hat Donald Trump erneut für Kontroversen gesorgt: Mit einem Bild des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und dessen Frau Michelle Obama. Die bizarre Fotomontage zeigt das Ehepaar winkend auf der Gangway der US-Präsidentenmaschine Air Force One. Auf den ersten Blick scheint alles wie zu Obamas Amtszeit, als das Paar mit dem Regierungsjet die Welt bereiste.
Doch in Trumps Montage ist die Maschine mit verschiedenen Graffitis versehen: Auf dem Rumpf stehen die Aufschrift „Yes We Can“ (Obamas Wahlkampfslogan), das Akronym der Bewegung „BLM“ (Black Lives Matter) sowie die arabische Inschrift „Alhamdulillah“, was „Gott sei Dank“ bedeutet.
Amerikanische Medien deuten das Graffiti als verschlüsselte Botschaft, die mit Kriminalität und rassistischer Hetze gegen Schwarze Menschen in Verbindung stehen soll. Derzeit ist das Präsidentenflugzeug in den USA ohnehin ein heikles Thema, nachdem Donald Trump vergangene Woche seinen Jungfernflug mit der neuen Air Force One unternommen hatte – einem Geschenk Katars im Wert von 400 Millionen US-Dollar.
Aufflackern alter Verschwörungstheorien
Der arabische Schriftzug auf dem KI-generierten Bild der Air Force One soll offenbar Donald Trumps Andeutung einer altbekannten Verschwörungstheorie wiederbeleben: Seit Jahren behauptet Trump, Barack Obama sei nicht in den USA geboren worden und in Wahrheit Muslim. Diese Theorie wurde jedoch wiederholt widerlegt. Das Weiße Haus hat bislang nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme zu dem Air-Force-One-Posting reagiert – ebenso wenig wie ein Sprecher der Obamas.
Bereits im Februar 2026 teilte Trump auf Truth Social ein KI-generiertes Video, in dem Barack und Michelle Obama als Affen dargestellt wurden. Damals wies der US-Präsident jede Verantwortung von sich, weigerte sich, sich zu entschuldigen, und behauptete, ein Mitarbeiter habe den Clip ins Netz gestellt. Die Aktion sorgte sowohl bei Demokraten als auch bei Republikanern für Empörung – darunter auch bei prominenten Republikanern wie Senator Tim Scott, der das Video als „das Rassistischste, was ich je aus dem Weißen Haus gesehen habe“, bezeichnete. Nach zwölf Stunden massiven öffentlichen Drucks wurde das umstrittene Video gelöscht.
Trumps Team bedient sich regelmäßig visueller Provokationen, um kulturelle und religiöse Feindseligkeiten gegenüber den Obamas unter seinen Wählern zu schüren.
Wer im Glashaus sitzt...
Donald Trump selbst wurde 2016 „Opfer“ einer wilden Verschwörungstheorie: In Pakistan machte damals das Gerücht die Runde, Trump sei in Wahrheit als Dawood Ibrahim Khan im Shawal-Tal in Nord-Wasiristan – einem pakistanischen Stammesgebiet – zur Welt gekommen. Dort soll er seine Kindheit verbracht und sogar eine Koranschule besucht haben, berichtete der Fernsehsender Neo News damals. Seine Eltern sollen bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein. Daraufhin habe ihn ein pensionierter britischer Armeeoffizier nach London mitgenommen. Von dort sei er schließlich in die USA gelangt, wo er von der Familie Trump adoptiert worden sei. Das Gerücht hielt jedoch nicht stand. Schließlich wurde Donald Trump bereits zwei Mal zum US-Präsidenten gewählt.
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