Deutschland erhält Drohnen aus den USA

Drei Drohnen vom Typ "Reaper" sollen die Bundeswehr verstärken. Das Kriegsgerät ist umstritten.

Lange wurde geprüft, nun wollen die USA laut „Spiegel Online“ einen Export von Kampfdrohnen nach Deutschland billigen. Eine deutsche Voranfrage für einen möglichen Kauf von drei Drohnen des Typs „Reaper“ und vier Bodenstationen für die Bundeswehr solle Anfang Mai mit einer offiziellen Note positiv beantwortet werden. Der US-Kongress soll bereits am 10. April grünes Licht gegeben haben.

Deutschlands Verteidigungsminister Thomas de Maizière trifft am Dienstag mit seinem US-Amtskollegen Chuck Hagel zusammen. Dabei wird ein möglicher Drohnen-Deal voraussichtlich Thema sein.

Sensenmann und Raubtier

Eine graue Drohne steht auf einer Start- und Landebahn.
An Israel Aero Space Industries (IAI) Heron 1 unmanned aerial vehicle (UAV) stands on the tarmac during a media presentation at the airbase in the central Swiss town of Emmen September 20, 2012. The Swiss air force is currently evaluating the reconnaissance drone aircrafts of two Israeli companies, to replace its existing system. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: MILITARY TRANSPORT BUSINESS)
Die Voranfrage für einen Export war bereits Anfang 2012 gestellt worden. Die von den US-Streitkräften „Reaper“ (Sensenmann) und vom Hersteller General Atomics „Predator B“ (Raubtier) genannte Drohne wird von den USA unter anderem für die umstrittenen Angriffe auf Aufständische im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan genutzt. Als Alternative käme für das Bundesverteidigungsministerium die israelische Drohne vom Typ „Heron TP“ in Frage, die allerdings als nicht ganz so ausgereift gilt.

Derzeit nutzt die Bundeswehr die unbewaffnete Drohne „Heron 1 (Bild oben)“ in Afghanistan. Der Mietvertrag für die unbemannten Überwachungsflugzeuge läuft aber im Oktober 2014 aus.

Eine unbemannte MQ-9 Reaper Drohne im Flug über einer Wüstenlandschaft.
Predator-Drohne der US-Air Force
 
Eine Drohne vom Typ "MQ-9 Reaper" kostet etwa 17 Millionen Dollar. Die elf Meter langen Drohnen mit einer Spannweite von 20 Metern können mit 230 Meilen pro Stunde bis zu einer Höhe von 50.000 Fuß operieren. Die Standardbewaffnung besteht aus vier Hellfire-Raketen.

Höchst umstritten

Der Einsatz bewaffneter Drohnen ist sehr umstritten. Die USA setzen sie unter anderem in Afghanistan, in Pakistan und im Jemen ein, um mutmaßliche Terroristen zu töten. Immer wieder sterben bei diesen Einsätzen auch unbeteiligte Zivilisten.

Eine Zulassung der Drohnen in Europa ist ein erheblicher Aufwand – Luftfahrtbehörden müssen die gesamte Technik inklusive dem Herzen der Maschinen, genannt „black box“, genau analysieren. Was beim Herstellerland USA erwartungsgemäß auf Widerstand trifft.

Deutschland will eine Grundsatzentscheidung über einen Drohnen-Kauf jedenfalls noch vor der Bundestagswahl im September treffen. Dem Parlament soll eine solche Entscheidung aber erst nach der Wahl vorgelegt werden.

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