Die Verzweiflung ist groß: Hier wird ein Baby den Soldaten hingehalten

© via REUTERS/Social Media

Politik Ausland
08/20/2021

Deutscher wurde auf dem Weg zum Flughafen Kabul angeschossen

Das bestätigte eine Regierungssprecherin in Berlin. Der Zivilist schwebt nicht in Lebensgefahr.

Ein Deutscher erleidet auf dem Weg zum Flughafen Kabul in Afghanistan eine Schussverletzung. Das sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. „Er wird medizinisch versorgt, es besteht aber keine Lebensgefahr“, sagte Demmer. „Und er wird bald ausgeflogen werden.“ Es handele sich um einen Zivilisten.

Verzweiflung wächst

Die Verzweiflung rund um den Flughafen von Afghanistans Hauptstadt Kabul wird angesichts des zunehmenden Zeitdrucks von Stunde zu Stunde größer. Das berichtete ein Augenzeuge. Am Eingang zum zivilen Teil des Flughafens, der an einem großen Kreisverkehr liegt, versuchen weiterhin Hunderte Menschen  auf das Gelände und dann mit Hilfe von westlichen Flugzeugen außer Landes zu kommen.


Kämpfer der militant-islamistischen Taliban feuerten dort in die Luft und schlugen mit Peitschen, um die Leute zu vertreiben. Der Zeitdruck wächst, weil die USA eigentlich bis zum 31. August den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan abgeschlossen haben wollen. Vom Schutz durch die derzeit 5200 US-Soldaten hängen aber die Evakuierungen anderer Streitkräfte wie beispielsweise der Bundeswehr ab.
Doch die NATO will den Einsatz für die Evakuierungen  zumindest bis September verlängern.

Hunger droht

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen warnt, dass „jeder dritte Mensch“ in Afghanistan von Hunger bedroht ist. Die WFP-Leiterin in Afghanistan, Mary-Ellen McGroarty, sagte der Nachrichtenagentur AFP sagte, dass sich  2021 bereits als „extrem schwieriges Jahr“ abzeichne. „Die Situation ist katastrophal“, sagte McGroarty. Jüngsten Analysen zufolge seien bereits 14 Millionen Menschen von schwerem oder akutem Hunger bedroht. „Zwei Millionen Kinder sind von Unterernährung bedroht“, warnte sie.


Schlechte Ernten, der Krieg und der Klimawandel seien daran schuld.

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