© REUTERS/Denis Balibouse

Politik Ausland
06/02/2020

US-Botschafter Grenell in Berlin zurückgetreten

Er twitterte und teilte aus, nun zieht sich Donald Trumps Berliner Statthalter Richard Grenell als US-Botschafter zurück.

Die Ansage kam kurz nach seiner Ankunft: Deutsche Firmen sollten ihre Geschäfte im Iran "sofort runterfahren", twitterte Richard Grenell, gerade einmal einen Tag Botschafter in Berlin. Kurz nach der Entscheidung Donald Trumps zum US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran und der Wiedereinsetzung von Sanktionen gegen das Land, ließ sein neuer Statthalter die deutsche Regierung umgehend wissen, was nun auf sie zukommt.

Auf die Kritik, er würde Befehle erteilen, erklärte er damals der Funke-Mediengruppe: Diplomat zu sein, bedeutet für ihn, Klartext zu sprechen – gerade gegenüber Freunden. Doch richtig warm, wurde im politischen Berlin kaum jemand mit dem 53-Jährigen. Im Wirtschaftsministerium wie im Auswärtigen Amt sorgte er er mit seinen Ansagen regelmäßig für Irritationen - egal, ob es um die Beteiligung des chinesischen Unternehmens Huawei am Aufbau des Mobilfunknetzes 5G oder die deutsch-russische Pipeline Nordstream 2 ging.

Eine etwas bessere Beziehung schien der loyale Trump-Mann hingegen zu Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu pflegen. Auch zum österreichischen Kanzler Sebastian Kurz, ebenfalls ein Spahn-Freund, der damals mit der FPÖ koalierte, suchte er den Schulterschluss. Die Einladung zum Essen anlässlich Kurz' Berlin-Besuch fiel dann aber doch aus. Zuvor sorgte Grenell im Interview mit der ultrarechten US-Plattform "Breitbart" für Aufregung, demnach er "andere Konservative in Europa definitiv stärken möchte".

Nach gut zwei Jahren im Amt ist Richard Grenell als US-Botschafter in Deutschland zurückgetreten. Den Posten hat vorübergehend seine Stellvertreterin Robin Quinville übernommen. Grenell, so wird vermutet, könnte ins Wahlkampfteam von Donald Trump wechseln.

Grenell, der von 2001 bis 2008 Sprecher der US-Botschaft bei den Vereinten Nationen war, beriet bereits mehrere Republikaner, darunter die ehemaligen Präsidentschaftskandidaten John McCain und Mitt Romney.

 

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