Costa Rica: Konservative Kandidatin Fernández bei Wahl vorn

Laura Fernandez
Die rechtsgerichtete Ex-Ministerin Laura Fernández liegt nach Auszählung von 88 Prozent der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica deutlich vorn.

Zusammenfassung

  • Laura Fernández gewann die Präsidentschaftswahl in Costa Rica mit knapp 49 Prozent der Stimmen, gefolgt von Alvaro Ramos mit 33 Prozent.
  • Fernández kündigte ein hartes Vorgehen gegen Drogenkriminalität an und sieht El Salvadors Präsident Bukele als Vorbild.
  • Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 70 Prozent, parallel wurde ein neues Parlament gewählt und das neue Staatsoberhaupt tritt am 8. Mai sein Amt an.

Demnach kam Laura Fernández auf knapp 49 Prozent der Stimmen, der Ökonom Alvaro Ramos von der sozialdemokratischen Nationalen Befreiungspartei auf 33 Prozent. Für einen Sieg bereits in der ersten Runde wird ein Stimmanteil von 40 Prozent benötigt, wie das oberste Wahlbehörde des zentralamerikanischen Landes mitteilte.

Rund 3,7 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Costa Rica aufgerufen gewesen. Favoritin für das höchste Staatsamt war Fernández, die ein rigoroses Vorgehen gegen die Drogenkriminalität angekündigt hatte. Die 39-jährige Politologin bezeichnet El Salvadors Präsidenten Nayib Bukele als ihr Vorbild. Dieser geht mit eiserner Faust gegen kriminelle Banden vor. Bukele gratulierte Fernández auch bereits zum Wahlsieg.

Amtsinhaber durfte in Costa Rica nicht mehr kandidieren

Fernández trat für die konservative Partei PPSO des scheidenden Präsidenten Rodrigo Chaves an, der gemäß der Verfassung des zentralamerikanischen Landes nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren durfte. Die Wahlbeteiligung lag vorläufig knapp unter 70 Prozent. Parallel wurde auch ein neues Parlament gewählt. Das neue Oberhaupt von Staat und Regierung wird sein Amt am 8. Mai antreten.

Fernández war in der jüngsten Umfrage der Universität von Costa Rica auf 44 Prozent gekommen. Allerdings wurde in dieser Erhebung ein Anteil von 26 Prozent noch unentschlossener Wählerinnen und Wähler verzeichnet. Bisher hatte Costa Rica mit rund fünf Millionen Einwohnern nur eine Präsidentin: Laura Chinchilla regierte von 2010 bis 2014 und gewann als letzte Kandidatin bereits in der ersten Runde ohne Stichwahl.

Stabile demokratische Verhältnisse

Costa Rica genießt wegen seiner stabilen demokratischen Verhältnisse und seiner Naturschönheiten international einen guten Ruf und ist bei Touristen beliebt. Allerdings hat in Costa Rica die Gewaltkriminalität deutlich zugenommen, weshalb Fragen der Sicherheit bei den Wahlen eine zentrale Rolle spielten.

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