Polish President Andrzej Duda press conference on coronavirus

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Politik Ausland
03/26/2020

Coronavirus: Mehrheit der Polen für Verschiebung der Wahl

Laut einer Umfrage ist ein Großteil der Polen dafür, die Präsidentenwahl zu verschieben. Die regierende PiS stemmt sich (noch) dagegen.

Angesichts der Schutzmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus ist laut einer Umfrage eine große Mehrheit der Polen für eine Verschiebung der Präsidentenwahl am 10. Mai. Fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) befürworten die Verlegung auf einen späteren Termin. Nur 19 Prozent finden es demnach richtig, an dem Termin festzuhalten.

Das geht aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Zeitung "Gazeta Wyborcza" hervor. Um die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten, hatte die Regierung in Warschau am 13. März das öffentliche Leben praktisch stillgelegt und die Grenzen geschlossen. Große Versammlungen sind untersagt.

Seit Anfang der Woche gelten zudem Bewegungseinschränkungen und ein Kontaktverbot. Die Bürger sollen ihre Wohnungen nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Supermarkt verlassen.

Angesichts dieser Einschränkungen, die einen regulären Wahlkampf unmöglich machen, dringen fast alle oppositionellen Präsidentschaftskandidaten auf eine Verlegung der Wahl.

Die nationalkonservative Regierungspartei PiS sperrt sich jedoch bisher dagegen. Ihr Kandidat, Amtsinhaber Andrzej Duda, führt derzeit in allen Umfragen mit großem Abstand.

Fänden die Wahlen wie geplant am 10. Mai statt, könnte er der Kantar-Umfrage nach mit 65 Prozent der Stimmen rechnen und im ersten Wahlgang gewinnen. Auf die Kandidatin des größten Oppositionsbündnisses Bürgerkoalition (KO), Malgorzata Kidawa-Blonska, würden demnach 10 Prozent der Stimmen entfallen.