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Politik Ausland
05/14/2022

Kim bezeichnet Coronavirus-Ausbruch als "große Katastrophe"

Nordkorea meldete weitere 21 Todesfälle wegen Fiebers.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat die Ausbreitung von Covid-19 in seinem Land als "große Katastrophe" bezeichnet und zu einem entschlossenen Kampf gegen die Epidemie aufgerufen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Samstag berichtete, kam die regierende Arbeiterpartei des Landes zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Nordkorea meldete am Samstag 21 weitere Todesfälle, nannte aber als Grund zunächst ein unbekanntes Fieber.

"Wenn wir bei der Umsetzung der Seuchenpolitik nicht den Fokus verlieren und auf der Grundlage der Einigkeit von Partei und Volk eine starke Organisationskraft und Kontrolle aufrechterhalten, können wir die Krise überwinden", zitierte die Agentur Machthaber Kim.

Insgesamt sollen laut KCNA seit Ende April 27 Menschen gestorben sein, allerdings wurde nur bei einem der Opfer offiziell das Coronavirus nachgewiesen. Auf der Parteisitzung sollen Mitarbeiter der Seuchenkontrolle darauf hingewiesen haben, dass die Mehrzahl der Verstorbenen offenbar an einer Überdosierung von Medikamenten "aufgrund mangelnder Kenntnisse über Behandlungsmethoden" gestorben sein, so die Agentur.

524.440 Nordkoreaner mit Anzeichen von Fieber

KCNA zufolge haben etwa 524.440 Nordkoreaner seit Ende April Anzeichen von Fieber gezeigt. Im Moment seien mehr als 280.000 Menschen deswegen in ärztlicher Behandlung. Angesichts der begrenzten Testmöglichkeiten in Nordkorea stellen die veröffentlichten Zahlen nach Ansicht von Experten offenbar nur einen kleinen Teil der Gesamtinfektionen dar. So weit bekannt, wurde die Bevölkerung in Nordkorea nicht gegen das Coronavirus geimpft.

Machthaber Kim Jong Un hatte am Donnerstag den Ausbruch der Infektionskrankheit bestätigt und den Notstand ausgerufen. In der Hauptstadt Pjöngjang war laut KCNA eine Untervariante des hochgradig ansteckenden Omikron-Erregers entdeckt worden. Kim ordnete einen landesweiten Lockdown an. Am Samstag erklärte er, dass die Gesundheitsbehörden von den Erfahrungen anderer Länder wie zum Beispiel China lernen müssten. Kim bot außerdem an, Medikamente aus seinem privaten Depot an Familien in besonderen Notlagen zu Spenden.

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