Frank Magnitz bei einer Rede im Bundestag im September.

© APA/AFP/dpa/FABIAN SOMMER

Politik | Ausland
01/08/2019

AfD-Politiker verprügelt - Deutsche Parteien auf Distanz

Politisches Motiv vermutet - AfD veröffentlicht Foto von blutender Kopfwunde.

Eine körperliche Attacke auf einen rechtspopulistischen Politiker beschäftigt Deutschland. Der Bremer AfD-Chef Frank Magnitz ist von mehreren Angreifern schwer verletzt worden. Die Tat habe sich am Montag in der Früh in der Bremer Innenstadt ereignet, sagte die Polizei. Die Ermittler gehen von einer politisch motivierten Tat aus.

Der polizeiliche Staatsschutz und die Staatsanwaltschaft Bremen leiteten Ermittlungen ein. Die Polizei in Bremen bildete eine Sonderkommission. Diese werde vom Staatsschutz geleitet und tausche sich mit dem Bundeskriminalamt aus.

AfD veröffentlicht Foto von Verletzung

Laut AfD Bremen wurde Magnitz bei dem Angriff schwer verletzt. Er sei von drei vermummten Männern attackiert worden. "Mit einem Kantholz schlugen sie ihn bewusstlos und traten weiter gegen seinen Kopf, als er bereits am Boden lag", erklärte die rechte Partei. Ein Bauarbeiter sei eingeschritten und habe den Angriff beendet. Die Partei veröffentlichte auch ein Foto, das den Politiker mit einer stark blutenden Kopfwunde zeigt.

AfD-Bundeschef Jörg Meuthen schrieb bei Twitter, Magnitz sei "halbtot geschlagen" worden. Meuthen sprach von einer "feigen und widerwärtigen" Attacke.

SPD und Grüne verurteilen Angriff scharf

Der deutsche Grünen-Politiker Cem Özdemir twitterte, er hoffe, dass der oder die Täter "bald ermittelt und verurteilt" würden. Auch gegenüber der AfD gebe es "keinerlei Rechtfertigung für Gewalt". "Wer Hass mit Hass bekämpft, lässt am Ende immer den Hass gewinnen", warnte Özdemir.

Auch zahlreiche andere Politiker verschiedener deutscher Parteien verurteilten die Attacke deutlich. Außenminister Heiko Maaß (SPD) schrieb bei Twitter: "Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein - völlig egal, gegen wen oder was die Motive dafür sind. Dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung."

Die AfD war bereits in der vergangenen Woche Ziel mehrerer Angriffe geworden. Vor einem Parteibüro im sächsischen Döbeln kam es am Donnerstag zu einer schweren Explosion. Dabei wurde offenbar relativ starke Pyrotechnik eingesetzt. An dem Gebäude entstand ein erheblicher Schaden. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen. Am Wochenende wurden zudem in Niedersachsen das Haus eines emsländischen AfD-Kreistagsabgeordneten beschmiert und ein Parteibüro in Berlin mit Farbbeuteln beworfen.