UNESCO inscribed culture of Ukrainian borscht soup on List of Intangible Cultural Heritage

© EPA / SERGEY DOLZHENKO

Politik Ausland
07/01/2022

Kiew gewinnt "Suppenkrieg" gegen Moskau: Borschtsch wird Weltkulturerbe

Unesco setzt die Rote-Beete-Suppe auf die Liste des schützenden Kulturerbes.

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die ukrainische Kochkultur der Rote-Beete-Suppe Borschtsch auf ihre Liste des zu schützenden Kulturerbes gesetzt. Grund sei eine Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, teilte das Unesco-Welterbekomitee am Freitag mit. Kiew zeigte sich hocherfreut.

„Der Sieg im Krieg um den Borschtsch ist unser!“, schrieb Kulturminister Olexander Tkatschenko im Nachrichtendienst Telegram. Die Suppe sei nun „offiziell ukrainisch“. Der 56-Jährige versicherte jedoch: „Wir werden den Borschtsch und seine Rezepte mit allen zivilisierten Ländern der Welt teilen.“ Die Ukraine werde „wie im Krieg um den Borschtsch“ auch im Krieg gegen Russland siegen.

Auch Vize-Außenministerin Emine Dschaparowa feierte die Entscheidung. "Der ukrainische Borschtsch ist entrussifiziert", schrieb die 39-Jährige auf Twitter.

Wütende Russen

Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa reagierte gereizt. „Was kommt als Nächstes? Anerkennung von Schweinefleisch als “ukrainisches Nationalprodukt?“, schrieb sie bei Telegram. Andere russische Vertreter kommentierten, dass die Ukraine durch die Entscheidung kein ausschließliches Recht auf die Suppe bekommen habe. Borschtsch-Varianten werden in vielen Ländern Osteuropas zubereitet.

Das Unesco-Welterbekomitee hatte argumentiert, die durch den Krieg verursachte Vertreibung führe dazu, dass viele Menschen nicht mehr in der Lage seien, zu kochen oder Gemüse für Borschtsch anzubauen. Wenn man sich aber nicht mehr zum Kochen versammeln könne, untergrabe dies das soziale und kulturelle Wohlergehen einer Gemeinschaft.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare