Boko-Haram-Chef leistet IS Treueschwur
Der Chef der nigerianischen Extremistengruppe Boko Haram, Abubakar Shekau, hat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seine Gefolgschaft zugesichert. "Wir verkünden unsere Treue zum Kalifen (...) und werden ihm gehorchen in schlechten und guten Zeiten", heißt es in einer Audio-Botschaft, die am Samstag über das Twitter-Konto von Boko Haram verbreitet und Shekau zugeschrieben wurde.
Boko Haram, was sich sinngemäß mit "westliche Bildung ist Sünde" übersetzen lässt, kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Gruppe bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen etwa 13.000 Menschen. Weltweites Entsetzen löste eine Massenentführung von Schülerinnen im April 2014 aus. Die nigerianische Regierung lässt ihre Armee gegen die Terrorgruppe kämpfen, allerdings ohne großen Erfolg.
"Jihadi Johns" deutscher Gefährte
"Jihadi John" alias Mohammed Emwazi ist in den vergangenen Monaten durch mehrere Enthauptungs-Videos des IS bekannt geworden. Dem Spiegel zufolge habe Marcel S. das heutige IS-Mitglied "Jihadi John" im Mai 2009 bei einer Reise nach Tansania begleitet.
Dort seien die Männer, die von einem weiteren Freund begleitet worden seien, am 22. Mai 2009 am Flughafen aufgehalten worden. Die Behörden verweigerten ihnen dem Bericht zufolge die Einreise und schoben die Männer nach London ab. Damals sei angenommen worden, dass die drei Männer nach Somalia reisen und sich dort der radikal-islamistischen Shabaab-Miliz anschließen wollten.
Gefälschte Papiere
Spätestens seit der versuchten Tansania-Reise sei Marcel S. im Visier deutscher, aber auch französischer Sicherheitsbehörden, heißt es in dem Bericht. Die Franzosen ließen den Düsseldorfer demnach 2009 im Schengen-Raum zur verdeckten Fahndung ausschreiben. Den deutschen Strafverfolgern sei S. im September 2013 ins Netz gegangen. Auf der Rückreise aus Kairo sei er am Frankfurter Flughafen mit einem gefälschten französischen Personalausweis und einem gefälschten Führerschein erwischt worden, die in seine Jacke eingenäht gewesen seien.
Seit einer Verurteilung im Herbst 2014 wegen der gefälschten Papiere hält sich Marcel S. laut "Spiegel" wieder in Düsseldorf auf. Er behauptete demnach in einem kurzen Gespräch mit dem Magazin, er habe sich von der islamistischen Szene in Deutschland abgewandt. "Ich habe mit dem ganzen Zeug nichts mehr zu tun", sagte der heute 29-Jährige demnach. An seinen ehemaligen Reisebegleiter "Jihadi John" erinnerte sich S. nach eigenen Angaben nicht mehr.
Mehrere britische und US-Medien hatten Ende Februar den Mann mit dem britischen Akzent identifiziert (mehr dazu hier), der "Jihadi John" genannt wird und mehrere westliche Geiseln enthauptet haben soll. Der gebürtige Kuwaiter Mohammed Emwazi soll in West-London aufgewachsen sein. Sein Vater Jassem Emwazi hatte in einem Interview zunächst gesagt, er habe seinen Sohn auf den Videos an der Stimme erkannt. Am Mittwoch sagte er jedoch der Zeitung "Al-Kabas", nichts belege, dass sein Sohn wirklich "Jihadi John" sei.
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