UNIFIL-Soldat bei Explosion im Südlibanon getötet

171 Soldatinnen und Soldaten des Bundesheers befinden sich aktuell bei UNIFIL, Lage laut Bundeskanzler "sehr Besorgnis erregend".
UN-Soldaten der Mission MONUSCO im Kongo: Im Juli 2022 stürmen Demonstranten UN-Lager, werfen der UNO  Untätigkeit vor.

Zusammenfassung

  • Bei einer Explosion in einer UNIFIL-Stellung im Südlibanon wurde ein indonesischer Blauhelmsoldat getötet und ein weiterer schwer verletzt.
  • Die UNO verurteilt Angriffe auf Friedenstruppen als schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und fordert Schutz für das Personal.
  • Im Kontext anhaltender Gefechte zwischen Israel und Hisbollah wurden bereits mehrfach UNIFIL-Soldaten verletzt, darunter auch durch israelisches Panzerfeuer.

Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UNO-Friedenstruppen im Libanon ist ein indonesischer Blauhelmsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat wurde bei dem Vorfall im Süden des Landes schwer verletzt, wie die UNO-Beobachtermission UNIFIL („United Nations Interim Force in Lebanon“) mitteilte. "Niemand, der dem Frieden dient, sollte sein Leben verlieren", mahnte die Mission der Vereinten Nationen.

Es war demnach zunächst unklar, woher das Geschoss kam. Ermittlungen wurden eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären. Angriffe auf UNIFIL-Truppen stellten einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar, erklärte die Mission weiter. UNO-Generalsekretär António Guterres verurteilte den tödlichen Zwischenfall auf das Schärfste und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

Die im Libanon stationierten UNO-Soldaten sollen den Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon überwachen in einem Gebiet, das im Zentrum der Zusammenstöße zwischen israelischen Truppen und vom Iran unterstützten Hisbollah-Kämpfern steht.

Der UNIFIL-Truppe gehören auch 171 Soldatinnen und Soldaten des österreichischen Bundesheeres an. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hatte die Lage im Libanon unlängst im Hauptausschuss des Nationalrates als "sehr Besorgnis erregend" bezeichnet. "Für unsere Soldaten, die sich dort befinden, ist das alles andere als unkritisch", sagte Stocker.

Zwei UNIFIL-Soldaten wurden bereits Anfang März verletzt

Am 6. März teilten die ghanaischen Streitkräfte mit, dass das Hauptquartier ihres UNO-Friedenssicherungsbataillons im Libanon von Raketenangriffen getroffen wurde, wobei zwei Soldaten schwer verletzt wurden.

Das israelische Militär räumte später ein, dass sein Panzerfeuer an diesem Tag eine UNO-Stellung im Südlibanon getroffen und die ghanaischen Friedenstruppen verwundet hatte. Das Militär erklärte, seine Truppen hätten auf Panzerabwehrraketen der Hisbollah reagiert, durch die zwei seiner Soldaten leicht verletzt worden seien.

"Wir rufen erneut alle Akteure dazu auf, ihren Verpflichtungen nach dem Völkerrecht nachzukommen und die Sicherheit des UNO-Personals und des UNO-Eigentums jederzeit zu gewährleisten, unter anderem durch den Verzicht auf Handlungen, die Friedenstruppen in Gefahr bringen könnten", erklärte die UNIFIL.

Hisbollah griff am 2. März aus Solidarität mit dem Iran Israel an

Der Libanon wurde in den Krieg im Nahen Osten hineingezogen, als die Hisbollah am 2. März aus Solidarität mit Teheran Raketen auf Israel abfeuerte, zwei Tage nachdem der Iran von Israel und den Vereinigten Staaten angegriffen worden war. Der Angriff der Hisbollah löste eine neue israelische Offensive gegen die Gruppe aus.

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