Boris Johnson war bisher gegen strenge Maßnahmen

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Ausland
03/23/2020

Ausgangssperre in Großbritannien

Premierminister Boris Johnson kündigte am Montagabend in einer Ansprache an die Nation dreiwöchige Ausgangsbeschränkungen an.

Premierminister Boris Johnson schließt nun an viele andere Länder auf und verhängt strengere Maßnahmen in der Bekämpfung des Coronavirus und dessen Verbreitung. In einer TV-Ansprache betonte er, wie wichtig es sei, die Krankheit einzudämmen und so weit es geht, zuhause zu bleiben. 

Er nannte konkrete Punkte, die von der Bevölkerung nun zu befolgen seien. Man soll das eigene Heim nur verlassen für diese Wege: 

  • Notwendige Lebensmittel einkaufen gehen, aber so selten wie möglich
  • Einmal pro Tag draußen Bewegung machen, alleine oder nur mit Menschen aus dem eigenen Haushalt
  • Medizinische Bedürfnisse oder um anderen zu helfen
  • Um zur Arbeit zu fahren, aber nur, wenn Home-Office keineswegs möglich ist

Rede an die Nation

"Von heute Abend an muss ich dem britischen Volk eine einfache Anordnung geben: Sie müssen zuhause bleiben", sagte Johnson. Alle Läden, mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Apotheken, werden mit sofortiger Wirkung geschlossen. Sportliche Aktivitäten sind nur noch einmal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt. Ansonsten dürfe das Haus nur noch für den Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente und für den Weg zur Arbeit verlassen werden, sagte Johnson. Versammlungen von mehr als zwei Personen seien nicht mehr erlaubt und würden von der Polizei aufgelöst.

Am Wochenende hatten unzählige Briten das schöne Wetter für Ausflüge in städtischen Parks und Erholungsgebiete genutzt - zu viele, um den notwendigen Abstand einhalten zu können. Das BBC-Fernsehen zeigte noch am Montag Bilder von überfüllten U-Bahnen in London.

Die Zahl der Toten durch die vom Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit Covid-19 in Großbritannien stieg am Montag unterdessen auf 335. Kritiker der Regierung fordern seit langem schärfere Maßnahmen, um den Ausbruch einzudämmen. Sie fürchten, Großbritannien könnte noch härter getroffen werden als Italien, sollte der chronisch unterfinanzierte Nationale Gesundheitsdienst NHS unter der Last der Epidemie zusammenbrechen. Doch die Regierung sträubte sich lange gegen härtere Maßnahmen.

Auch Frankreich verschärfte Maßnahmen

So würden etwa Straßenmärkte weitgehend geschlossen sowie Sport und Spaziergänge mit Kindern weiter eingeschränkt, kündigte Frankreichs Premier Édouard Philippe am Montagabend im französischen Fernsehen an. Die Ausgangsbeschränkungen könnten außerdem noch einige Wochen anhalten. Seit knapp einer Woche dürfen die Franzosen nur das Haus verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist.

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