Politik | Ausland
03.06.2018

AfD-Vorsitzender Gauland verteidigt "Vogelschiss"-Äußerung

Gaulands Äußerungen zur NS-Zeit hatten für breite Empörung gesorgt.

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat seine Äußerung zur Bedeutung des Nationalsozialismus in der deutschen Geschichte verteidigt. "Ich habe den Nationalsozialismus als Fliegenschiss bezeichnet. Das ist eine der verachtungsvollsten Charakterisierungen, die die deutsche Sprache kennt. Das kann niemals eine Verhöhnung der Opfer dieses verbrecherischen Systems sein", sagte er am Sonntagabend.

Gauland, auch Fraktionschef im Bundestag, hatte am Samstag beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach sagt: "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte." Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten. Die Äußerung hat breite Empörung ausgelöst.

 

Auch der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hat sich von der Äußerung seines Co-Vorsitzenden distanziert. "Der Herrn Gauland angelastete Satz - insbesondere die Bezeichnung "Vogelschiss" - ist in der Tat ausgesprochen unglücklich und die Wortwahl unangemessen", sagte Meuthen am Sonntag Zeit Online.

Er verteidigte Gauland allerdings gegen den Vorwurf, die NS-Zeit verharmlost zu haben. "Im Kontext seiner Rede wird jedoch vollkommen deutlich, dass er dort in gar keiner Weise die entsetzlichen Gräueltaten der Nazizeit verharmlost oder relativiert hat, wie ihm nun reflexartig unterstellt wird."