18 Mitarbeiter von Hilfsorganisation in Afghanistan festgenommen

18 Mitarbeiter von Hilfsorganisation in Afghanistan festgenommen
Radikalislamische Taliban-Regierung wirft ihnen vor, für Christentum geworben zu haben.

In Afghanistan haben die regierenden Taliban 18 Angestellte einer Hilfsorganisation festgenommen. "Zurzeit liegen uns keine Informationen über die Art der Anschuldigungen gegen unsere Mitarbeiter vor", teilte die christliche Organisation International Assistance Mission (IAM) am Samstag mit. Unter den Betroffenen seien 17 afghanische und ein ausländischer Angestellter.

Laut IAM wurden die Mitarbeiter der Organisation, die bereits seit mehr als 50 Jahren in Afghanistan aktiv ist, in ihrem Büro der Zentralprovinz Ghor festgenommen und in die Hauptstadt Kabul gebracht. Der Nachrichtensender Tolonews hatte am Freitag unter Berufung auf einen lokalen Sprecher der islamistischen Taliban über die Festnahme von 21 Angestellten der christlichen Hilfsorganisation berichtet. Unter ihnen sei auch ein US-Amerikaner, hieß es weiter. Ihnen werde vorgeworfen, für den Glauben des Christentums geworben zu haben.

Die Taliban hatten bei ihrer erneuten Machtübernahme im August 2021 versprochen, moderater zu regieren als zu Zeiten ihrer ersten Herrschaft in den 1990er Jahren. Zuletzt wurden sie jedoch immer autoritärer und dogmatischer. Die Gruppe wirbt für ihre strenge Auslegung der Scharia mit der sie auch innerhalb der islamischen Welt auf Widerstand stößt.

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