Mit Sensationen ist es ja so eine Sache. Oft sind sie ein zweischneidiges Schwert: Erst großes Hurra und dann doch nur Enttäuschung. Zum Beispiel diese Woche. Da titelte ein befreundetes Boulevardmedium „Forschungs-Sensation! Ötzi zeigt neue Lebenszeichen!“. Ja gut, damit hat jetzt wirklich keiner mehr gerechnet. Nach 5.300 Jahren. Was ist passiert? Hat er geblinzelt? Hat er mit der knusprigen Zehe gewackelt? Hat er gesagt, er findet diese Haltung echt schon sehr lange sehr unbequem, kann mal wer so freundlich sein und ihm bitte den Arm da anders hinlegen?
Nein. Das war wieder alles ein Missverständnis. Eine fiese Falle, die die deutsche Sprache in Form von Präpositionen bereithält. Eine Feinheit vielleicht, aber doch von Belang. Denn nicht Ötzi hat Lebenszeichen gezeigt, sondern auf dem Ötzi und im Ötzi haben sich Lebenszeichen gezeigt. Bakterien, Pilze, Mikrobiom – lauter ödes Zeug, mit dem man ganz bestimmt keinen spannenden Film über „Die Rache der Gletschermumie im Luxus-Skigebiet“ drehen kann. Eben: Enttäuschend.
Kommentare