Plug-in-Hybrid und ein interessanter Preis: Wie gut ist der Omoda 9?
Zusammenfassung
- Omoda 9 ist ein großes, gut ausgestattetes Plug-in-Hybrid-SUV zum Preis von 48.990 Euro und bietet viel Auto fürs Geld.
- Das Fahrzeug kombiniert einen 1,5-Liter-Benziner mit Elektroantrieb, Allrad, 395 kW Systemleistung und über 1000 km Gesamtreichweite.
- Für Europa wurde das SUV in Fahrwerk, Software und Assistenzsystemen angepasst und kommt serienmäßig in der Premium-Ausstattung.
Die chinesische Marke Omoda ist noch relativ frisch auf dem österreichischen Markt. Umso engagierter ist man, ein neues Auto nach dem anderen in die Schauräume der aktuell 29 Verkaufsstandorte zu rollen.
Jüngster Neuzugang ist nun der Omoda 9, und man kann das Auto relativ einfach mit „viel Auto fürs Geld“ charakterisieren. 48.990 Euro kostet der Omoda 9, und dafür gibt’s ein großes SUV mit einer Länge von 4,77 m, einer angesagten Antriebsform und einer kompletten Ausstattung.
Stichwort Antrieb. Den Omoda 9 gibt es bei uns nur als Plug-in-Hybrid. Super-Hybrid-System (SHS) nennen die Chinesen ihr Hybridsystem, und man betont, dass alle wesentlichen technischen Komponenten eigens für den Einsatz in einem Plug-in-Hybrid entwickelt wurden. Das sind vor allem Verbrennungsmotor, Getriebe und Akku. „Dedicated“, also genau dafür gemacht, steht bei Motor, Getriebe und Akku dabei.
Als Verbrenner setzt man einen 1,5-l-Benziner, der nach dem Miller-Cycle-Prinzip arbeitet, ein, und die Entwickler verweisen auf den günstigen thermischen Wirkungsgrad von 44,5 Prozent. Dazu kommt ein Elektroantrieb, und die Systemleistung beläuft sich auf beeindruckende 395 kW/537 PS. Teil des Antriebssystems ist ein 3-Gang-Getriebe, und damit sind verschiedene Modi bzw. Kombinationen verfügbar.
Für den Fahrer heißt das freilich nur, dass er über den Touchscreen Modi wie Normal, Eco, Sport, Sand, Schnee oder Offroad anwählt und auch zwischen dem Hybrid- und dem rein elektrischen Fahrmodus kann man hin- und herswitchen (wenn der Batteriestand es hergibt). Und der Omoda 9 bringt seine Kraft mittels Allradantrieb auf die Straße - bis zu 90 Prozent können auf die Vorderachse gehen, bis zu 100 Prozent nach hinten.
Der Strom wird in einem 34,5-kWh-Akku gespeichert, das soll für eine elektrische Reichweite von 145 Kilometern gut sein. Dazu kommt ein 70 Liter großer Benzintank, was bedeutet, dass man Tankstellen eher selten ansteuern muss. Die Omoda-Leute rechnen vor, dass die Gesamtreichweite bei über 1000 km liegt. Lädt man den Akku, geht das einem DC-Lader mit bis zu 70 kW.
Wie fährt sich der Omoda 9? In erster Linie sehr komfortabel, die 395 kW sind natürlich eine beeindruckende Leistungsreserve, und wenn man den entsprechenden Modus wählt und Elektro- und Benzinmotor zusammenwirken, beschleunigt das große SUV auch durchaus beherzt. Aber es sind über 2 Tonnen zu bewegen, und das merkt man auch. Fürs entspannte Dahingleiten ist das SUV aber gerade recht – im rein elektrischen Modus sowieso, und wenn der Verbrenner arbeitet, hört man das wohl, laut oder irgendwie unangenehm wird das Geräusch aber auch dann nicht.
In der europäischen Niederlassung von Chery, dem Mutterkonzern von Jaecoo und Omoda, feilt man auch an der für Europa passenden Abstimmung. Das betrifft Federung, Dämpfung, Stabilisatoren, die Software für die Lenkung, ESP und nicht zuletzt auch die Reifen, wie uns ein Entwickler erklärt. Und das tut dem Fahrverhalten des Omoda gut. Rund 40 Prozent des Fahrzeugs werden für Europa entsprechend angepasst.
Auch mit den Assistenzsystemen beschäftigt man sich im R&D-Center in Frankfurt, ebenso mit dem Navigationssystem und der Sprache. Für die Abstimmung der Bremsen nutzt man freilich auch die heimische Großglockner Hochalpenstraße.
Vom Design her erweist sich der Omoda 9 als elegant-sportliches Fahrzeug, mit einer hübschen Optik. Ob es für einen Plug-in-Hybrid wirklich vier Auspuffrohre gebraucht hätte, darf hinterfragt werden, aber bei Chery sieht man die Marke als jung und sportlich. Was aber nichts daran ändert, dass man in erster Linie ein Familien-SUV ist. Dafür spricht auch das Platzangebot, auf den hinteren Sitzen hat man es sehr bequem. Das Kofferraumvolumen ist eher durchschnittlich. 471 Liter hat der Kofferraum an Laderaumvolumen, bei Umklappen der Rücksitze sind es 1783 Liter. Die Anhängelast beträgt übrigens bis zu 1500 kg.
Das Cockpit wird wenig überraschend von zwei großen Bildschirmen dominiert, die zu einem 24,6 Zoll großen Display verschmelzen. Vieles ist über den zentralen Touchscreen zu steuern, aber erfreulicherweise nicht alles. Einige Funktionen sind über große Drehregler bedienbar. Dazu hinterlässt das Interieur auch von der Materialauswahl und von der Verarbeitung her einen gediegenen Eindruck.
Der Omoda 9 wird bei uns nur in einer Ausstattungsvariante angeboten, die nennt sich Premium, und damit eigentlich schon alles gesagt. Aufpreispflichtig wären nur zwei Farben, sonst gibt es keine Liste mit Optionen. Von der Sitzheizung und – belüftung samt Massagefunktion bis zum Panoramaglasdach ist alles an Bord. Und damit ist auch der Preis von unter 50.000 Euro eine Ansage.
Kommentare