Diese spezielle "Siegerprämie" von Niki Lauda wurde versteigert
Niki Lauda mit einem BMW M1 im Rahmen eines Procar-Revivals
Zusammenfassung
- Der BMW M1, den Niki Lauda 1979 als Siegerprämie der Procar-Serie erhalten sollte, wurde vom Auktionshaus Mecum für 700.000 Dollar versteigert.
- Die Procar-Serie wurde 1979 als Rahmenprogramm der Formel 1 ins Leben gerufen und erfreute sich bei Fans großer Beliebtheit.
- Niki Lauda erhielt das Auto laut eigener Aussage nie, da es stattdessen bei Bernie Ecclestone verblieb.
1978 stellte BMW mit dem M1 einen neuen Sportwagen vor. Für Ende der 1970er-Jahre war es ein echter Supersportwagen. 277 PS in der Straßenversion, Mittelmotor und zwei Sitzplätze. Geplant war vom BMW-Management eigentlich, den M1 als Rennwagen einzusetzen.
Weil die Produktion von Rahmen und Rohkarosse sowie die Endmontage auf mehrere Partnerfirmen verteilt werden mussten (eigentlich hätte der M1 bei Lamborghini gefertigt werden sollen, aber daraus wurde nichts), kam es zu Verzögerungen, die eine fristgerechte Homologation für Gruppe-4- und Gruppe-5-Rennen im Jahr 1979 verhinderten. Man kam auf eine andere Idee, um den M1 auf die Rennstrecken der Welt zu bringen und sie erwies sich als genial.
Jochen Neerpasch, der damalige Geschäftsführer der BMW Motorsport GmbH, rief gemeinsam mit den Formel-1-Managern Max Mosley und Bernie Ecclestone eine eigene Rennserie ins Leben, die Procar-Serie. Die Rennen wurden als Rahmenprogramm für die Formel-1-Rennen gefahren. Das Reglement sah vor, dass sich die fünf schnellsten Formel-1-Fahrer aus dem jeweiligen Freitags-Trainings mit Tourenwagen- und Privatfahrern messen sollten. Natürlich alle in identen Fahrzeugen, wobei die Motorleistung in den Procar-Autos auf 477 PS angehoben wurde.
So fuhren hier Grand-Prix-Stars wie Niki Lauda, Clay Regazzoni, Elio de Angelis, Hans-Joachim Stuck, Nelson Piquet, Alan Jones oder Emerson Fittipaldi. Die Fahrer von Ferrari und Renault erhielten von ihren Teams übrigens keine Startfreigabe für die Rennen. Von den österreichischen Motorsportgrößen traten z.B. Dieter Quester, Sepp Manhalter oder Markus Höttinger (nach dessen tödlichen Unfall übernahm 1980 Jo Gartner das Auto) an.
Niki Lauda war 1979 sehr erfolgreich in der Procar-Serie. Insgesamt wurden neun Läufe in der Procar-Meisterschaft ausgetragen und Niki Lauda gewann drei von ihnen. Mit 78 Punkten siegte Niki Lauda vor Hans-Joachim Stuck und Clay Regazzoni. 1980 wurde noch eine Saison gefahren, dann war auch schon wieder Schluss, auch deshalb weil BMW Motorsport Anfang der 1980er-Jahre als Motorenlieferant für Brabham in die Formel-1 einstieg. Unter den Fans hatte sich die Procar-Serie großer Beliebtheit erfreut.
Im Jahr 1980 war Niki Lauda, der sich 1979 während des GP von Kanada überraschend zurückgezogen hatte, nicht mehr dabei.
Als Sieg-Prämie in der Procar war für den siegreichen Fahrer bzw. den jeweiligen Teamchef am Ende eine Straßenversion des M1 vorgesehen. Und Niki Laudas "Prämien-M1" wurde nun vom US-Auktionshaus Mecum im Rahmen der Auktion in Kissimmee versteigert.
Allerdings hat der 2019 verstorbene Niki Lauda das Auto wohl nie wirklich besessen. Jochen Neerpasch war sich nicht sicher, ob es Lauda oder der Teamchef des Project Four Teams, das Laudas M1 einsetzte, bekommen hat. Das war übrigens ein gewisser Ron Dennis. Lauda erklärt aber 2016 laut einem Bericht von Motorsport-Total in einem Interview mit Sky Sports F1, dass der Wagen an Bernie Ecclestone ging. Niki Lauda: "Als ich die Serie gewann, hätte ich eigentlich eines dieser Autos bekommen sollen. So war die Abmachung. Das ist aber nie passiert, weil Bernie es behalten hat", so Lauda damals.
Das betreffende Auto wurde laut Auktionshaus 1987 in die USA importiert und ist in sehr gutem Zustand und wurde 2017 beim Hillsborough Concours d'Elegance in California ausgezeichnet - der Tachostand beträgt nur 20.308 Kilometer. Von den M1 als Straßenversionen wurden nur 399 Stück produziert. Entsprechend hoch sind die Preise, wenn so ein Auto zum Verkauf steht. Laudas "Prämien-M1" wurde von Mecum nun für 700.000 Dollar (rund 604.000 Euro) versteigert.
Link: Mecum Auctions
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