Tesla, Volvo, Toyota und Co im Crashtest: Wer schützt Erwachsene besser, wer Kinder?
ÖAMTC/EuroNCAP
Im bislang umfangreichsten Euro NCAP-Crashtest wurden 23 neue Pkw-Modelle umfassend geprüft – vom Elektro-SUV über Coupés bis hin zu Familienfahrzeugen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 18 Fahrzeuge sichern sich die Spitzenwertung von fünf Sternen. Aber: Welches Auto ist für wen sicher?
Wer ist im Unfallauto: Kinder oder Erwachsene?
Denn Unfall ist nicht gleich Unfall. Die Belastungen, die bei einem Unfall auf den Körper wirken, unterscheiden sich je nach Größe, Gewicht und physiologischer Vulnerabilität erheblich. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – ihre Knochenstruktur, Muskulatur und Kopfproportionen reagieren völlig anders auf Aufprallkräfte.
"Dass viele Modelle heute die Bestwertung erreichen, ist erfreulich – aber für Konsumenten wird es damit auch komplexer", sagt ÖAMTC-Techniker Daniel Deimel. "Entscheidend sind die Detailwerte in den vier Bewertungskategorien: Schutz erwachsener Insassen, Kindersicherheit, Schutz anderer Verkehrsteilnehmer sowie die Wirksamkeit der Assistenzsysteme. Erst diese zeigen, wo ein Auto im Ernstfall wirklich punktet."
Leapmotor B10 und das Mercedes-Benz CLE Coupé bei Erwachsenenschutz vorne
Besonders stark präsentierte sich das Feld beim Erwachsenenschutz. Acht Fahrzeuge erzielten 90 Prozent oder mehr. An der Spitze lagen der Leapmotor B10 und das Mercedes-Benz CLE Coupé – zwei sehr unterschiedliche Fahrzeugtypen, die dennoch jeweils 93 Prozent erreichten und damit eine fünf-Sterne-Wertung erhielten.
Welches Auto ist für wen sicher? Im Euro NCAP Crashtest werden die Kategorien Erwachsenenschutz und Kindersicherheit getrennt – und genau hier zeigen sich oft deutliche Unterschiede zwischen den Modellen. Hier die Top fünf.
Im stark nachgefragten Segment der Mittelklasse-SUVs überzeugte das überarbeitete Tesla Model Y mit hohen Werten beim Schutz von Erwachsenen und Kindern sowie mit starken Assistenzsystemen. "Das Beispiel zeigt, dass Software-Updates bei modernen Fahrzeugen einen wesentlichen Einfluss auf das Sicherheitsniveau haben können", so Deimel. Auch andere Vertreter dieser Klasse, wie Kia EV5, Škoda Elroq und Enyaq oder Toyota bZ4X, erzielten durchwegs solide Ergebnisse.
Diese Autos schneiden beim Kinderschutz gut ab
Bei den großen SUVs setzte der vollelektrische Volvo EX90 ein starkes Zeichen. Mit 92 Prozent beim Erwachsenenschutz, 93 Prozent beim Kinderschutz und hohen Werten bei den Assistenzsystemen zählt er zu den besten Fahrzeugen im Test. Ebenfalls mit fünf Sternen wurden der Lucid Gravity und der MG MGS9 PHEV ausgezeichnet, wobei der Gravity bei der Kindersicherheit besonders stark abschnitt.
In der Kompakt- und Crossover-Klasse zeigte der CUPRA Formentor mit einem herausragenden Erwachsenenschutz die beste Leistung seiner Kategorie. Beim Kinderschutz stach wiederum der VW ID.3 hervor. Bei beiden großen Familienfahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern, Multivan und Caddy, erreichten vier Sterne – solide, aber nicht in der Spitzengruppe.
"Unterm Strich gibt es heute mehr sichere Autos denn je", fasst der ÖAMTC-Techniker zusammen. "Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf die Detailwerte. Sie geben ein differenziertes Bild und helfen, das Modell zu finden, das in allen Bereichen überzeugt. Für viele Käufer macht genau das den Unterschied."
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