Metallstifte, Dongles und Co: Welche Gadgets sparen wirklich Sprit?
ÖAMTC-Techniker Dominik Darnhofer (c ÖAMTC Stephan Huger)
Zusammenfassung
- Elektronische Spritspar-Gadgets wie Dongles versprechen Einsparungen, zeigen aber laut Tests keine Wirkung.
- Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass diese Produkte keinen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch haben.
- Der ÖAMTC empfiehlt stattdessen bewährte Maßnahmen wie vorausschauendes Fahren, regelmäßige Wartung und das Vermeiden von unnötigem Ballast.
Dass die Menschen in Zeiten hoher Kraftstoffpreise jede Möglichkeit nutzen wollen, um den Verbrauch ihres Fahrzeugs zu senken, ist verständlich. Den Mobilitätsclub erreichen derzeit allerdings nicht nur Fragen zum spritsparenden Fahren. "Immer wieder machen uns Mitglieder auf Angebote aufmerksam, die wundersame Einsparungen versprechen. Neben den seit Jahren regelmäßig auftauchenden Metallstiften und Zusatzstoffen für den Tank sind "Dongles", also elektrische Module, die an der Diagnosebuchse angeschlossen werden können, die neueste Masche", fasst ÖAMTC-Techniker Dominik Darnhofer zusammen. "Diese Module sollen, so das Versprechen, in die Bordelektronik eingreifen und damit den Verbrauch reduzieren."
Im wissenschaftlichen Test
Eine Untersuchung, die u. a. vom deutschen ÖAMTC-Partnerclub ADAC kürzlich durchgeführt wurde, zeigt allerdings, dass der "Dongle" zwar blinkt, wenn man ihn ansteckt – eine Kommunikation mit dem Fahrzeug findet aber nicht statt. "Fakt ist: Keines dieser Produkte wirkt sich positiv auf den Verbrauch aus, die versprochenen Einsparungen konnten in keinem wissenschaftlichen Test nachgewiesen werden. Wir haben bereits vor Jahren gemeinsam mit der TU Wien sowohl am Rollenprüfstand als auch auf der Straße Untersuchungen durchgeführt. Immer mit dem gleichen Ergebnis: Es bringt keinerlei Vorteil, ein solches "Wundermittel" zu verwenden", fasst der ÖAMTC-Experte zusammen.
Die bewährten Tipps des ÖAMTC
- Vorausschauend fahren: Sanft beschleunigen, früh schalten.
- Reifendruck kontrollieren: Regelmäßig den empfohlenen Druck prüfen.
- Ballast entfernen: Unnötiges Gewicht im Fahrzeug vermeiden.
- Dachaufbauten demontieren: Dachboxen und Träger bei Nichtgebrauch abnehmen.
- Kurzstrecken vermeiden: Hoher Verbrauch bei Kaltstart.
- Leerlauf vermeiden: Motor bei längeren Stopps abstellen (z. B. Bahnübergang).
- Rollwiderstandsoptimierte Reifen kaufen.
- Regelmäßige Wartung: Effizienz durch optimalen Fahrzeugzustand sicherstellen.
Technisch schaden derartige Produkte dem Fahrzeug in der Regel zwar nicht. "Sehr wohl aber der Geldbörse – so gesehen also genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen wollte", stellt Darnhofer klar. "Wir raten daher dringend vom Kauf dieser oft esoterisch anmutenden Gadgets ab. Vorausschauendes, ökonomisches Fahren und ein gut gewartetes Auto sind der beste Weg, um Kraftstoff zu sparen und die Umwelt zu schonen."
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